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Das rote Mal

12.06.2018

Hier steigt noch Rauch,
doch golden nicht.

Ein Schatten knirscht,
wenn einer träumt.

Wie dumpf es hallt,
wenn einer spricht.

Das Leben hält
in seinen fahlen Tag
den nackten Stumpf
und voller Grind.

Die Lippen lallen
Wassern nach
aus Brunnen
ohne Moos des Lichts.

Zunge,
wurmzernagtes
Totholz,
das im Dunkeln
faulig glimmt.

„Was gibtʼs zu Mittag“,
fragt der Gast
mit der Narbensichel
auf der Stirn
und legt das blitzende,
das Messer auf den Tisch.
Die Frau
verrührt den Brei,
der Mann
schenkt grinsend ein,
das Kind
krault ihm den Bart,
und der Dunkle ißt.

„Was gibtʼs zu Abend?“,
fragt der Töter,
der zur Sühne
die Kindfrau wiegt
auf seinem Schoß.
Da rinnen
wie von Veilchen
Tropfen
auf den Stein
der Faust.

Doch am Abend
schleichen Engel
von Haus zu Haus,
tunken ihre Flügel
in die Eimer Blut
von reinen Lämmern
und streichen
auf die Schwellen,
an die Türen
rot ein Mal.

Auf alle Schwellen?
Alle.
An alle Türen?
Alle.

 

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