Die weibliche Stimme: Franziska
Am Ufer eines Bachs
Wie im Herbst die Farben,
wenn Gottes Atem sinkt,
zu hohen fahlen Schreien steigen,
verwischt von Regenschlieren –
schminkt mir die Dämmerung
die Lider mit Vergissmeinnicht,
legt ins Nest der schweren Locken
mir rote Kupfermünzen.
Mond, der mir von der Schulter
streift die samtene Stola,
bleicht mich mit kühler Milch,
wie ein Gespenst der Liebe.
Ich berge mich in weicher Mulde,
wo scheu sich sagt dem Gras der Wind
und auf dem trägen Wasser glimmen
hintreibend Früchte der Erinnerung.
Sind es Äpfel, sind es Kirschen,
ich weiß es nicht, willʼs nicht wissen,
sie schimmern noch und sind schon fern,
Nacht nimmt sie hin, löscht sie wie mich.
Rezitation:
Die weibliche Stimme – Franziska
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