Die weibliche Stimme: Gloria
Einen alten Kamm in Händen
Der Wind war der Liebhaber
meines blonden Haars –
er schürfte mit Seufzern in ihm
nach goldenen Küssen.
Der Wind des Morgens
besprengte es mit Tränen,
die er von den Wangen
schlafender Anemonen aufgelesen.
Der Wind des Abends
wand mir zärtlich Locken
mit duftenden Fingern,
die der Rose Augenlid geschlossen.
Der Regen war mein holder Dämon,
der in meine Haare wusch
der Wehmut Sommerdüfte
und die Angst des dampfenden Walds.
Nur im Schnee hab heut ich Liebe noch,
da er mir schenkt die tausend Küsse
seiner Flocken, die in meinen Haaren
leise lodern und verschmachten.
Rezitation:
Die weibliche Stimme – Gloria
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