Epiphanien III
Im angeregten Leben,
ob es durch Schatten irrt
von ausgerauschten Bäumen,
ob es an hohen Kandelabern
mit roten Plauder-Wangen schwelgt –
kommt Schicksal wie ein Hund,
ein herrenloser Streuner,
der um einen Knochen bettelt,
und der Hund führt es dankbar
schnaubend über Zaun und Graben –
es kommt wie Hyazinthenduft
durchs offne Fenster lauer Nacht
und bleibt als Sehnsucht in dem Zimmer,
alles Fühlen hinter seinem blauen Schleier
zu verbergen –
es kommt als Kitzel eines Strahls
des Wandelsterns und macht mit Niesen
die Füße zappeln, den Ort zu finden,
wo Wolkenfedern
am dunkelblauen Vorhang
wie loser Zierrat fallen –
es kommt im Faschingsschmuck
des kleinen Mädchens,
dem ein Schönheitsfleck
sein Gesicht als Album
vieler Blütenblätter schenkt,
und Seite um Seite läßt es
vom launischen Wind sich wenden,
und Blatt für Blatt
wie Lächelns Schimmer
läßt es daraus fallen,
hierhin dorthin, den Katzen,
Vögeln, Kindern und Geliebten,
bis es leer ist,
nur zwei weiße Lilienblüten
behälts für sich, die sanften Lider
für die große Nacht der Augen.
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