Für mich, für euch
Ich sagʼs für euch,
die ihr am Rande blüht,
wie die Clematis,
so blaß,
ein verwischtes Abendrot,
kaum beachtet am Gitter
herabgeseufzt,
ein wenig ergraut
vom Staub
dieses langen Tags.
Ich sagʼs für euch,
die ihr wie ich
kaum geblüht
und nie stolz
in das hohe Blau
den goldenen Prunk
der Frucht gereckt.
Ich sagʼs für mich,
aus dem Nest gefallener
Vogel eines nie
aufgeflogenen Lieds,
der im wogenden Gras
dem Nachklang
des Lebens lauscht.
Ich sagʼs für euch,
für mich, für jene,
die am Ufer stehen,
wo jenseits die Geliebten
winken wie Knospen
unerweckter Rosen.
Ich sagʼs für euch,
die ihr wie ich,
torkelnde Falter,
in die endlose Nacht tragt
die leuchtenden Pollen
unerwiderter Küsse.
Ich sagʼs für mich,
ein grauer Kauz,
der schreit,
wenn so hell schweigen
Wolke und Stern.
Comments are closed.