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Letzter Liebesdienst

02.11.2018

Novembermond ließ zögernd
den zarten Schleier los.
Die schiefen Schultern der Weiden
tragen weiße Epauletten.

Die kleinen Zitter-Zungen
der Totenlichter schicken
ihr leises Stundengebet
in die Dämmerung.

Umsonst sucht früher Strahl
nach Blau im Ochsenauge
des Kapellengiebels. Ein Busch
stäubt unterm Amselschrei.

Sie geht, im Krug das Heidekraut,
flüsternd durch die Reihen.
Sie wischt den Schnee vom Stein,
damit ein Name golden sei.

 

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