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Lied vom Sinn der Lieder

20.05.2017

„Wie, an dürre Verse hängst du fette Reime,
daß unser kühler Kopf von dem Geschäume
den klaren Sinn ans wirre Herz verliert?“

Die Reime sprudeln hell aus dunklem Herzen
und wollen sanft mit sanften Träumen scherzen,
daß wirres Leben schöne Fügungen gebiert.

„Wie, im Verse willst du die Gefühle steigern
und Herzen drängen, sich dem Dienst zu weigern,
den Gang der Welt moralisch zu erneuen?“

Die Welt entsprang des hohen Meisters Händen,
wir lassen es bei Tag und Nacht bewenden,
das Lied ist Spiel und will den Geist erfreuen.

„Wie, Masken, die erträumte Seufzer gähnen,
die sollen Menschenelend frech beschönen,
geküßte Füßchen tänzeln über Leichen?“

Die Schönheit ist ein Duft aus Edens Fernen,
ein Lied von überwirklich reinen Sternen,
die über einen blauen Abgrund streichen.

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