Seufzer weiden
Mißliebe zeugt nur toten Schrecken,
nie ward von Geifer Geist umflossen.
Der Liebe Hauch kann Knospen wecken,
ein Herz, das sich vor Gram geschlossen.
Wenn wir die scheelen Blicke meiden,
die schöner Blüte Blatt zernagen,
im Dämmergrase Seufzer weiden,
wird bittrer Mund uns nicht verklagen.
Wir beben sanft wie trunkne Schilfe,
wenn Wogen ebben, Wogen schwellen,
und kommt kein Stern uns mehr zu Hilfe,
mag unser Lied die Nacht erhellen.
Wenn wir uns vor den Schlangen retten,
die reiner Einfalt Schlaf umzischen,
uns auf den Flor der Stille betten,
wird Wohlklang sich den Träumen mischen.
Wir rollen uns wie Farngelocke,
den grünen Odem zu umringen,
und schweigt des hellen Engels Glocke,
mag unsers Liedes Nachtquell singen.
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