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Übergänge VIII

28.07.2017

Ich stand vorm Fenster
und hob die vage Hand
dem grauen Schmerz des Abends zu.

Ich wies die Sterbende auf den Ort
jenseits des Flusses,
den Heimatort.

Sie schwieg, sank tiefer,
sank in den Morast
des letzten Schweigens.

Hier gab es keine Brücke mehr
über die Klüfte, Schründe, Spalten,
in denen Knochen schimmern
oder weiße Aale ringeln.

Was unter ihr noch schlürfte oder schluchzte,
war weder Mosel weder Rhein,
war einer namenlosen Unterwelt
namenloser Strom.

Wie mag das sein,
allein im hohlen Rohr des Atems
sich auf und ab zu wälzen ohne Licht?

Wie mag das sein,
die eigne Gegenwart so fremd zu fühlen
wie auf der Zunge
ein störend-feines Haar,
und hat man endlich, endlich es verschluckt,
nicht mehr zu sein?

Reicht jenseits des Flusses
andrer Übergang
zum Heimatort,
wo du ans Ufer angeschwemmt
erwachst und hörst im Rauschen
der Gräser und der Wellen, hörst
im Tönen dunkler Glocken
deinen Namen rufen
wie zum Gruß?

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