Warum, das weiß ich nicht
Der Finsternis entronnen
stürzt das Licht aus Wolken,
schäumt herab an Zweigen,
kriecht lautlos unter Halmen.
Warum es Augen brauchte,
dem hohen Tag zu leben,
warum Herzen, fühlender
im Abendrot zu beben,
das weiß ich nicht.
Gleich schlanken Wassersäulen,
heißem Stein entquollen,
bäumt sich herrisch auf das Glitzern
für einen Sieg aus Schaum.
Warum Tiere friedlich nahen,
hellen Schlaf zu trinken,
warum klaglos Schatten
blassend darein sinken,
das weiß ich nicht.
Es hat sich Blüten angezündet,
reift in goldenem Tau
an Trauben, Äpfeln, Birnen,
sprüht Grün auf Wassers Samt,
daß Schwäne niedertauchen.
Warum Käfer schwärmend leuchten
in der Dämmerung,
warum sich Augen sehnend feuchten,
spricht Erinnerung,
das weiß ich nicht.
Es glüht im Abenddämmer
Rosenlicht im Schnee,
es strömt das Wort aus Wunden
in reiner Herzen Kelch.
Warum Tränen uns versöhnen,
ist unbewußt ihr Glanz,
warum edles Haupt umschönen
Engel mit dem Strahlenkranz,
das weiß ich nicht.
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