Interieur
Durch schmale Mauerscharten streckt
das Licht sein dürres Büschel,
an dem man nicht erkennt,
ob es Sommer oder Winter ist.
Die kalkweiße Haut der Wände
hat alle Poren zugeschlossen.
Kein Tropfen Schweiß perlt
auf ihrer dünnen Bangigkeit.
In einer Zimmerecke Klumpen
auf den nackten Bohlen,
bernsteindunkles Wachs
langsam herabgetropfter Stunden.
Unter der gewölbten Decke,
verfugte weiße und rote Quader,
schwebt der kalte Hauch
eines ausgeschluchzten Munds.
Abends Strahl durchblutet den Raum,
von sich selber ganz verlassen
schwebt das Zeichen an der Wand,
helle Streifen, die sich kreuzen.
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