Skip to content

Nachts gelehnt am Fenster

16.04.2026

Lehnst wieder still am Fenster, atmest tief
die tiefe Nacht, ob noch ein Duft dir weite
die bange Seele, daß sie südwärts gleite,
woher die Schwester, die entrückte, rief.

Kein Ruf kam, der dich meinte, kein Gesang,
nur aus der Ferne rätselhaftes Wehen,
als würden Geister durch die Marken gehen
und Moose seufzen unter ihrem Gang.

Schon wolltest sinken du in Traumes Spalten,
der unerlösten Liebe Labyrinthen,
als jäh ein Wohlgeruch dich aufgehalten,

ein linder Frühlingshauch von Hyazinthen.
O Dank den Musen, die noch nächtens walten,
den schwermutkranken Dichtern wohlgesinnten.

 

Comments are closed.

Top