O Dorn des Verses
Schon schweben wieder Flocken, die Spur verweht,
vom flüchtigen Wild nachts hinterlassen.
Dein Vers auch, Dichter, wird verblassen,
den Zeichen gleich, die keiner mehr versteht.
Die vor Ikonen Honigduft entsandt,
geweihter Kerzen Flammen, wie sie zittern.
So neigen sich an fahlen Dichtwerks Gittern
die Rosen, ist ihr Herz erst ausgebrannt.
Dir bleiben Blüten, wie sie Witwen sacht
ins Album kleben. Süß ist es, zu trauern
und Zeilen, die der Ferne schrieb, zu küssen.
Der Schwermut Auge sieht in blauer Nacht
die goldne Locke Euphrosynes schauern.
O Dorn des Verses, der sie ihr entrissen.
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