Die Addition der Schmerzen
Die fern vorüberspritzen,
Kometen der Urzeit,
oder die unterm Gewölk der Alpen
wirbeln des Morgentaus
hell tönende Kristalle,
Adler der Sonne,
schweben sie noch uns zu,
blättert der Wind aus südlichen Gärten,
da er wühlt in den Masken des Mohns,
uns noch im Album der Herzen die Seiten auf
mit den Versen von ehedem,
wo aus dem Vogelflug
der Augur die Zusage Gottes,
goldenen Äon die Sibylle beschwor,
aufsang dem Stern der Erlösung
der fiedrige Engel?
Und die Quelle, die selig vor sich hin schwatzt,
ist sie dem Ohr der Seele verstummt,
weil die Nymphe fror,
in die Kostüme schlüpfte von Dior
und jetzt in Paris über den Laufsteg trippelt?
Und die Halme des Grases,
die Bärte der Flechten
und die sich ringeln, die Ornamente der Farne,
verweht die Botschaft ihrer Seufzer
und der Samen sprühenden Psalmen
im Ausstoß der Motoren Manhattans,
der Unseligen Insel?
Du aber lauschest den Tropfen nach,
die aus der Regenrinne
über dem vergilbten Schlupfloch
deiner Daseinsflucht
ins Niemandsland fallen,
und zählst die Abschiede
Klang für Klang,
die Schmerzen, die verhungerten,
die Schmerzen, die noch betteln um dich.
Oder du zählst im Klacken der Highheels
deiner Nachbarin auf dem Parkett,
sie läuft sich warm für das Verschlingen
der Vergessen schenkenden Frucht
mit dem kondomisierten Geliebten,
du zählst die Schläge
des vergebens gewanderten Pilgers
am Bretterverschlag des Paradieses.
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