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Gereimter Zwiespalt

17.10.2026

Und was zu tuen kündet Morgenlicht?
Nichts weiter als des Tages Pflicht.

*

Was noch sagen, scheint alles schon gesagt?
Das Innerste hat noch kein Wort erjagt.

*

Und wenn der Jugend Sonnen sinken?
Duinos Abendröte trinken.

*

Und fahlen Träume, werden wirr?
Mit Versen, hellen Flügeln, schwirr.

*

Mir scheint, daß keine Quelle rausche.
Der Seele Fenster öffne, lausche.

*

Mir ist, als ob die Leere gähne.
Pflück Sterne aus Ophelias Mähne.

*

Wie sind die Stunden monoton.
Sieh, Rose prunkt bei dunklem Mohn.

*

Was immer ich auch gab, nichts kam zurück.
So gib dich selber hin, dann quillt das Glück.

*

Jedes Wort ist leck, hat einen Riß.
So strömt ein Licht in deine Finsternis.

*

Mir scheint, ich bin im Kreis gegangen.
Tanz Reigen kühn mit deinem Bangen.

*

Wenn ich nur wüßte, was ich will.
Das nächste Beste macht dich still.

*

Die Rose welkt, ihr Duft verweht.
Den Mönch sieh, der am Abgrund steht.

*

Klafft zwischen Liebenden nicht auch die Leere?
Nein, Ferne, daß an beiden Sehnsucht zehre.

*

Was soll’s, mit leeren Händen warten.
Pflück Früchte ihr in Goethes Garten.

*

Ich fühle Schnee in trüben Lüften.
Bald leuchtet er auf stillen Triften.

*

Grab der Leib, die Seele Dunst.
Sie spricht nur aus verleibter Kunst.

 

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