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Frau Welt, hast volle Brüste

27.04.2020

Frau Welt, hast volle Brüste,
doch hart ein Herz wie Stein,
ach weh, daß ich sie küsste,
wie Schnee auf Elfenbein.

O Liebe, Schmerzkristalle,
die Zunge ward so kalt,
daß ich bloß Flocken lalle,
ein Wehen ohne Halt.

Der Kindheit goldne Laube,
von Sonnensang durchsurrt,
gespenstisch ruckt die Taube,
die in der Asche gurrt.

Der Jugend blaue Buchten,
ein Segel blähte Wind
aus Fernen, die wir suchten,
Sand, Sand aus Muscheln rinnt.

Und Hoffnung, deren Zweige
so innig rauschten Du,
ward wahnverstimmte Geige,
ein Schrillen ohne Ruh.

O Heimat, Phlox und Flieder,
du Duft von Most und Mohn,
kehrst fahl im Traum nur wieder
dem irrgegangnen Sohn.

 

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