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Metapoetisch

26.05.2020

Wird es uns zu grell,
können Wolken wir verteilen
überm Gras der Zeilen,
und sie wölken schnell.

Graut die Leere trist,
lassen Blumen wir erscheinen,
die statt unsrer weinen,
Helle säumt die Dämmer-Frist.

Macht uns Schmachten bleich,
gießen Tropfen wir hernieder
auf die Knospen lila Lieder,
und sie fallen weich.

Wird es uns zu bunt,
Flocken werden stäuben,
stilles Weiß betäuben,
Traum der Erde Mund.

Schläfert uns der Takt,
engen wir den Rhythmus
am hellenischen Isthmus,
und der Versfuß knackt.

Floh uns Liebe, weil sie fror,
schreiben wir vom Glühen Briefe,
das nach ihren Tränen riefe,
und schon pocht es sacht am Tor.

Stellt ins Abseits uns ein Harm,
lassen wir dem Vers entsteigen
Seufzer-Rinnsal weicher Geigen,
und sein Schimmern ist voll Charme.

 

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