Nur einen Atem lang
Wie gehst du leicht auf wohlgestimmten Zeilen,
wenn weiche Lüfte sich ins Haar dir schmiegen,
die aus dem Süden edler Gärten eilen,
Zitronen- und Zypressenduft entstiegen,
sie wollen wie ein Hündchen bei dir weilen,
wenn seine Pfoten auf dem Knie dir liegen,
und seine schwarzen Augen lüstern peilen,
das hingehaltne Würstchen abzukriegen.
So kann dich einen Atem lang entrücken
Sonetts gedrängter Silbenstrom vom öden
Gewirbel aschentoter Wörterflocken,
die deine Sterbefrist mit Wahn bedrücken,
o wirf das harte Herz nicht hin den schnöden
und werde weich, wenn weiche Lüfte locken.