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O Staub, der uns ernährt

16.09.2018

Der Mensch dort fällt mit seiner Einkaufstasche
in die dunkle Kiste eines irren Puppenspielers.

Das Nächste ist uns fremd
auf dieser fremden Erde,
wo wir zu Hause und verloren sind.

Das Tier, es blickt durch uns hindurch
wie durch die zitternden Spiegelbilder
auf den blauen Wogen der Wüstenluft.

Der Wind kennt nicht die Gräser,
die er beugt, kennt nicht die Düfte,
die er weht von einem Garten
im Blütenfeuer der Abendsonne
in das Fenster eines Krankenhauses.

Der Wind verweht das süße Lied,
das aus dem Dornendickicht steigt
aus eines kleinen Vogels kleiner Kehle,
und der Trunkenbold, der es im Halbschlaf
stumpfsinnig lächelnd noch vernahm,
ahnt in seinem kalten Rausch
nichts von zerstreuten Federn
und dem kleinen Vogelschädel,
der im Mondlicht schimmert.

Ein flacher Kieselstein,
von einem Kind voll Übermut
über die Wasserfläche hingeschnellt,
hüpft unser Leben
dreimal, viermal, fünfmal
in der Sonne glitzernd
auf und nieder.
Gleichgültig schaut das Kind,
wie der Stein versinkt.

Das Sternenlicht ist auf dem Nachttisch
feiner Staub.

O Staub, der uns ernährt,
Erinnerung!

Ich hab mit einem Taschentuche lang gewinkt,
als sich die Tür der Heimat
hinter dir für immer schloss,
und dieses weiße Taschentuch
flatterte wie ein Schmetterling
über deinem Haupte, als du schliefst,
es flattert wie ein Kohlweißling
über deinem Namen auf dem Grab.

 

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