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Transparente Gaze

18.04.2017

Jene Blume ist keinem zu eigen,
hat nichts zu eigen,
nichts eigenes zu sagen,
was ihre Schwester nicht schon
knospenschwellender sagte.

Jene Flocke wirbelt
im Wind des Absoluten.
Sie ist wie alle Flocken
nichts ohne das Wasser der Höhe
und den Atem der kühlen Grotten.

Jenes Wasser hat kein Gesicht,
es trägt wie das schwimmende Blatt
die flüchtigen Bilder,
die unterm Anhauch zerrinnen.

Jene Scheibe ist rein
im Dienst der Transparenz,
Gaze unsichtbaren Wassers,
hat sie kein Innen
und kein Außen.

Jenes Gras neigt sich,
Gespielin der Luft,
vom Dunkel genährt,
erzogen vom Licht,
müde zu den seinen.

Des Menschen Seele
ist wie die Niemandsblume,
der Flockenwirbel der Leere,
das gesichtslose Wasser,
der stumme Spiegel,
die Transparenz des Glases,
die Gaze des Unsichtbaren.

Wie das Gras neigt sie sich
müde zu den ihren.

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