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Wolkengesang

21.03.2018

Ihr Wandler losen Entzückens,
traumgestaltige Wolken,
Blumen aus Wasser und Licht,
geschüttelte Knospen des Winds.
Ströme tragen euer Schatten-
Angesicht von Ufer zu Ufer,
nach euren Tränen lechzen
keusche Lippen und Zungen
blutumschäumter Seelen.
Einfalt nimmt dichterisch
Maß an Glanz und Klang
eurer Tropfen auf Blättern
und sich erweichendem Stein.
So fühlen ratlos wir den Fehl,
ziert ihr das blaue Tuch
des hohen Sommertags
mit euren Ornamenten nicht,
und stehen stumm wie Pan
unter Gottes blendendem Azur.
Abends kehrt aber ihr wieder
mit einem Kranz von Rosen,
die ihr huldvoll Blatt für Blatt
auf unsre blassen Lider senkt
wie Küsse den Entschlafenen.

 

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