Wolke und Stachel
Alkäische Strophe
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Wie Zirruswolken wandern vorm blauen Taft
des Abends, säumend, stiller als unser Herz,
und rötlich blüht ihr Saum, wie schmale
Lippen, erglühend in Abschiedsküssen,
so ziehen manchmal atmende Aschen stumm
in schwermutschwarzen Fenstern an uns vorbei,
es flattern vager Vögel Schatten,
lassen gesanglos zurück die müden.
Wie Kindern, strömt die Kühle des frühen Monds
ins Tal der bunten Spiele, entgleitet Reif
und Puppe, Murmeln schluckt die Kuhle,
regnet es aber, wie rennen sie sorglos
nach Hause, unbekümmert um all den Tand,
so tilgt uns Regen, löscht uns der Wind die Spur
der Liebe nicht, wenn einmal ritzte
weiches Gedächtnis der wilde Stachel.
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