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Was macht den Dichter?

17.12.2018

Helles Blut nährt ihm das Herz mit Singen,
Herz, das unterm Schneelicht wacht.

Kleiner Vogel, in der Kammer nistend,
wo das Fenster offensteht.

Etwas Laub im Hinterhof und Gräser,
Tropfen, der am Halme blitzt.

Augen, dunkel wie die tiefen Brunnen,
Wasser spendend tränenhell.

Lettern, zart verstreut auf weißer Fläche,
Mückenschwarm im Sonnendunst.

Weiße Lilie in der blauen Vase,
Veilchenduft am Saum des Schlafs.

Goldner Wein aus alten Rebengärten,
dunkler Wehmut süßes Licht.

Hündchen, hat den roten Ball gefunden,
legt den Wuschelkopf aufs Knie.

Runder Teich oboenweicher Klänge,
wo des Lebens Lärm ertrinkt.

Sanfter Abschied von Gewitterwolken,
seufzt im grünen Schlummer Moos.

Und gestochert Glut aus kalter Asche,
hohlen Sinns Gespenst zerrinnt.

Ein Aquarium golden-grüner Reime,
Schwarm, der gierig zuckt und springt.

Die in blütenfernen Tälern läuten,
Glocken der Erinnerung.

Nature morte verknittert-brauner Bilder,
manche Nacht vom Mond erweckt.

Rankend um die Namen der Beweinten
Efeuschauers dunkler Reim.

Stille, daß im Weltenabgrund surret
nur der Parze dünner Zwirn.

 

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