Rose, vorm Abendgrauen zitternd
O Dämon Mensch,
Blut aus Schädeln schlürfend,
verzückt von einem süßen Hauch
aus Eden.
Worauf wir ruhlos wandeln,
der Erde Kruste schwimmt
auf einem Meer aus Flammen,
einer dunklen Gottheit
lodernde Qual.
Sieh, wie der Schönheit Rose
vorm Abendgrauen zittert.
In den Falten der Gewandung
leicht lebender Gestalten
hoher Tempelfriese
rinnt ein bitterer Tau,
die Tränen unerhörter Klage.
Den Glanz der Ähren
in den Opferschalen
umschatten Seufzer
ungestillten Hungers.
Der Zug der Völker
von Assur, Ninive und Babylon
versank im Wüstensand,
in mythischen Gebirges Schnee
verwehte
Hellas hymnischer Gesang.
Sieh, wie der Schönheit Rose
vorm Abendgrauen zittert.
Die Tische mit den schimmernden Krügen
goldenen Weins
stieß das Horn des wilden Stiers,
den keine Anmut zähmt,
in den Morast der Finsternis.
Die leuchtende Lilie,
Liebe hält sie in der Hand,
zerrupft ein Drache,
aus jenem Sumpf gekrochen,
den kein Heros trockenlegt.
Der Grund, auf dem wir stehen, schwankt.
Der Worte Spiegel ist getrübt,
unter Schlieren des Verschwiegenen
verwischt sich uns der klare Sinn.
Dem Panzer der Kröte gleich
schleppen wir das Leben hin,
die Zunge reckend in ein lichtes Grün,
vor der Nacht uns bergend
in die Höhle des Traums.
Doch im Dunkeln wurzelnd
sagt die Rose uns,
was dem Sommertag gelang.
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