Die Tote im Teich
Der Atem auf dem Teich ist einer Toten
ins Jenseits hingeglittner Schleier,
und Blätter schwebend silbern auf dem Weiher
sind ihres Lebens sanfte Abschiedsworte:
Ihr bleibet rein und schweigt an diesem Orte,
vergebt dem weißen Sinken einer Toten.
Der Nebel auf dem Teich ist einer Toten
in grauer Nacht herabgerissnes Kleid,
es bauscht von stummen Schreien weit,
die Nymphe dieses Wassers kann nicht weinen,
kann nicht den Sternen bräutlich sich vereinen,
das Brautlied starb im Munde einer Toten.
Die Rose auf dem Teich ist einer Toten
in blaue Nacht hinausgetropftes Blut,
sie hat von Liebe noch die schwache Glut
und schwankt im Geistertanz der Lüfte,
sie atmet manchmal schmerzlich-reine Düfte,
das vogelzarte Rufen einer Toten.