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Blumenschale

25.06.2018

Blumenschale
holdes Wölben
transparenter Hand
der das Wasser
aus dem Brunnenmunde
sang
ein Traum von Ebenmaß
ein Knospenkelch
aus reinem Glas
gelang
in stiller Schöpferstunde
Und bricht
durch ihre Spiegelwand
in Farbendunst
das Morgenlicht
füllt ihr Sein sich voller
mit dem Überhang
der Liebesgunst
weißer gelber Blütenblätter
auch wenn Schatten wirren
Blatt und Halm
auch wenn Tränen
an den Wimpern flirren
und sie rinnen
und sie fallen
aus der Schale
auf das harsche Linnen
wo im Blau
der Winternacht
blinder Tau
sie frieren
Hebt
ein Wort der reinen Kunst
sie auf seinen Blütenrand
wird ihr Glanz
sich nicht verlieren
Auch wenn Keim
und Duft
im dämmerndem Zimmer
schon verweht
leuchtet
bis die Nacht vergeht
leiser Schimmer
in der Blumenschale
saugt ein Falter
leiser Reim
vom Munde der Narzisse
letzte Küsse

 

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