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Der Teufel als Feuilletonist

12.10.2013

In honore verecundiaque
Episcopi Limburgiensis
Tebartz-van Elst

Mephisto, der verlorene Sohn,
Feuilletonist der ersten Stunde,
polemisiert in schrillem Ton –
die Meute hetzt nach seinem Munde.

Er satyrisiert mit Stumpf und Stiel –
Vernichtung ist sein wahres Ziel.

Die Majestät auf hohem Thron
und alles, was ihr Leuchten bricht,
bespeichelt er mit Geifer-Hohn –
was Größres als ihn gibt es nicht.

Er zischt im Metropolen-Blättchen
gleich einem liebestollen Rättchen.

Den edlen Menschen, der den lieben Lohn
dem Heiligtume tät verehren,
verketzert er im Büßerton:
Die armen Teufel müsstenʼs all entbehren.

Noch ein Charisma wär dem Hetzer eins zu viel –
Vernichtung ist sein wahres Ziel.

Prunksucht ist dem Eifrer schon
zarte Geste, die nicht fraget.
Aberglauben schilt er schöne Devotion,
die der Lauheit Kleinwuchs überraget.

Seine schwarze Lust ist mit gewitzten Zoten
des Gesalbten Leidenswege zu bekoten.

Wenn aus heiliger Kelche Pracht
Licht des Ursprungs tropfet
und der Liebe Werke sind vollbracht –
hat das Herz des Hassens ausgeklopfet.

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