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Zerflossen

09.07.2018

Zweige
zittern leiser
Schatten
kleben an den Mauerwänden
an Mörtelsprüngen
rostigen Nägeln verfangen
wie Büschel Haare
feuchte Strähnen
an den bleichen Wangen
einer Weinenden
Staubige Reiser
die aufs leere
Dämmern harren
Kein Duft
steigt aus der Schwere
außer Aschenflocken
ungestillter Rosen
selbstgelegter Brand
In fahler
Geisterluft
schwebt ein Auge
und vom tränenlosen
Starren
dürr und trocken
wird wie aufgeschnittene
Frucht
es trübend schmaler
Federn einer Taube
auf dem Asphaltgrau
dass ein Nichts sich dunkel fühle
zarter Flügel
ausgelittene
Liebesflucht
durch das kühle
Jenseits-Blau
Stimmen
ferner Abendglocken
gegossen
in der Esse
des Martyriums
sind in Schlafes
schwarzem Blut
zerflossen

 

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