Skip to content

Die stachlige Distel, dein Herz

22.06.2016

Die stachlige Distel, dein Herz,
mildert kein weicher Reim,
sie bleibt deiner Einsamkeit Keim.

Die Wunde, die einmal Liebe dir schlug,
brennt für hohen Mut nicht genug,
du mußt sie mit Asche versiegeln.

Der Kiesel in der Hand des Knaben
wird bald kalt in der Nacht,
sein Traum hat ihm Hitze entfacht.

Der Wind, der dein Haar verwirrt
und dich mit Seufzern kirrt,
fledderte jüngst tote Ratten.

Der Duft, der dein Herz betört,
weht aus Auen, die längst verdorrt,
Gespenster hausen an jenem Ort.

Die Amsel, die vor deinem Fenster hockt,
hat nicht deine Sehnsucht gelockt,
sie singt den zitternden Schatten.

Die Murmel, die dir über die Füße rollt,
gilt nicht dir, laß rollen sie doch,
sie findet ihr prophezeites Loch.

Kommentar hinterlassen

Note: XHTML is allowed. Your email address will never be published.

Subscribe to this comment feed via RSS

Top