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Leiser Sang XIX

24.06.2018

Auf Herbstes kargen Hügeln
Feuer
als versprühten
im Sterben aufgereckte
Seelen
stumme Schreie
Welke Blätter
rote Zungen
die sich einwärts krümmen
ausgesungen
Du erblickst
vom Schatten-Garten
feucht und kalt
das Verschwelen
zarter Aschen
auf den Hügeln
Du hörst
unter wolkenmüden
Schatten-Schwingen
toter Hölzer
Purpurrippen
singen
Und schon bald
rinnt dein Warten
loser Staub
aus Mohnes
schwanker Kapsel
Was auf deinen Wangen
was auf deinen Lippen
früh geblüht
holdes Bangen
süßes Stammeln
ist verglüht
Die Morgenlicht
betaut
Duft verströmte
blonde Locke
ist ergraut
Rätselleise
ist der Schmerz
hinabgetropft
in roten Blattes
dürre Schneise
Auf die schwarze Erde
klopft
vergällte Frucht
Bläst der Wind
in Scheite
die zerbröckeln
stieben
aus dem Grab erwacht
Geister-Funken
in die leere Weite
vor das dunkle Tor
Dann ist alles
was dein Schauen hob
was dein Hauch beschwor
in die Nacht gesunken
Nacht
o tränenlose
schwarze Rose

 

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