Skip to content

Ölgarten

19.06.2018

Schwarze Tropfen
auf silbernem Blatt
die lautlos rinnen
in Geröll und Staub
Schwarze Tränen
auf Ölbaums Blatt
schwankend im Dunst
der schwülen Nacht
Und auf der Stirn
vom Meißel
höchsten Namens
schön geründet
Dunkelglanz
Und in den Augen
Nacht und Nacht
Und kein Flügel
der vom Strauche
Tau versprengt
Und kein Flügel
zu kühlen
Todesschweiß
Und kein Kelch
dem Zittern
eines Munds geneigt
voll Süße
oder Bitterkeit
Mund der Leben
auf die Toten
blinden Augen
Wunderlicht
gehaucht
Segen sprach
auf Weinstocks Frucht
o trockne Traube
ausgepreßt
verdorrt
Und jene schlafen
im Schatten eines Pfahls
auf Traumes Teppich
den mit Lilien
Palmenzweigen
ihm zu Füßen
sie gebreitet
jene schlafen
im Schatten eines Pfahls
er aber läßt
das Haar sich zerren
Locken narren
vom namenlosen Wind
aus Meeres
leerem Schaum
vom gnadenlosen Wind
aus Himmels
leerer Nacht

 

Comments are closed.

Top