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Sonett vom Tage

20.11.2016

Sonette sind wie Lebenstage kurz und lang,
glänzt nicht sein Morgen mit den Sonnengaben
wie lichte Locke eines blonden Knaben,
dringt nicht durch Moos sein früher Hörnerklang?

Und wiegt der hohe Tag den Überschwang
der goldnen Ähren, rollt der Stern erhaben
auf Himmels Teppich, füllt des Lichtes Waben
rot tönend Mittags weicher Übergang.

Dann rankt sich Abends stiller Gegensinn
wie Purpurlaub von taubeglänzten Reben
zum Dämmerlicht getönter Gläser hin,

die Klänge lindern sich im sanften Beben
des blauen Vorhangs vor der Königin,
der Nacht, wenn Lunas Geister launig schweben.

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