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Wie einsam ist die Nacht

12.04.2026

Dir glänzten einst im Rebendämmer Trauben,
und in des Grames Falte floß ein Licht.
Da sank wie Tau hernieder das Gedicht,
als tropften Verse von behauchten Lauben.

Wie helle Tränen mußten sie verrinnen,
es seufzte unterm schweren Schritt das Moos.
Wie einsam ist die Nacht, das Menschenlos,
wenn ihren Reigen Stern um Stern beginnen.

Der Liebe Bildnis scheint verblaßt, verschollen,
wie jenes Haupt des Sängers auf dem Fluß,
aus dessen Munde noch hervorgequollen

die Schreie nach der Eurydike Kuß.
Gieß den von bittern Träumen übervollen,
des Liedes Becher aus, o Genius!

 

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