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Das Gespenst

04.07.2020

Nacht für Nacht weckt dich das Schnauben,
als dringe einer Schnauze heißer Hauch
durch Spalt und Ritze, rinne Speichel
über die bebende Schwelle der Tür.

Dann entsteigt wie dunklem Klaffen
Gewinsel und hungrige Kralle kratzt
ans Holz den schwirrenden Rhythmus von Tänzen,
der ins Herz dir Funken sprüht.

Fahler Morgen, der durchs Fenster sickert,
bringt dir den Schlaf, der Ohnmacht gleich.
Sind was dich heimsucht Gespenster
erstickten Atems, unerhörten Blicks?

Abends schiebst du vor die Türe
wie einer Katze einen Napf
mit Milch, den fremden Durst zu stillen,
doch bleibt unberührt er stets.

Herz spricht wahr: Blut mußt du geben,
dein eignes Blut, das Rinnsal Schmerz.
Nun hörst du seine schlürfende Zunge.
Doch wie lange hält es still?

 

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