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Der asphaltierte Traum

11.09.2016

Weisheit tropft wie Milch
aus den geknickten Stengeln der Nesseln,
und im Seufzen der Halme
klebt wie Samenflocken
ihr zerrupfter Refrain.

In der Mulde des Lehms,
eingedrückt vom Stein
mit der Inschrift,
wohnt ihre Kühle.

Hier findet sie,
ein störrischer Esel
auf der betonierten Platte
urbanen Gewimmels
Laute spuckender Schatten,
kein einziges Blatt.

Die grünen Wasser
der Erinnerung
tragen noch Schaum
lichtgeprüfter Gesänge.

Oder sie taut hernieder,
wenn in deinem Auge
dunkelt der Glanz.

Der Traum wand sich noch lange
unter dem rauchenden Teppich
des Asphalts, ausgerollt
von Zyklopenarmen –
da krampfte am äußersten Saum
eine Lilienhand hervor
und konnte nicht segnen.

Hier, im Supermarkt der Liebe,
wird von Service-Schlangen
aus Plastik-Eutern
Licht gemolken.

Im Wurzelgeflecht
dunkler Prophetensprüche
wollen wir schlafen,
bis uns Efeu überwächst
mit silbergrauen Schauern.

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