Skip to content

Dichters letzte Fahrt

08.10.2026

Wär dieses Tau doch nur gekappt!
Schon blitzt die Axt des goldnen Tags.
Wohin wohl trüge dich die Welle?

Du hast es längst vorausgefühlt,
als unter dir der Grund geschwankt
und sich das Wort gebläht im Wind.

Ist, was dich hält, ihr Blick das Tau,
mußt freien du die Einsamkeit,
ein Schmerz, der heller schäumt als Gischt.

Hemmt dich der bleierne Anker Herz,
laß in den Schlamm hinab ihn sinken
zu kahlgefressenen Gerippen.

Die einzige, du mußt sie wagen,
die letzte Fahrt ins Grenzenlose,
den Abschied ohne Wiederkehr.

Und spaltet auch der Kiel Chimären,
der Schwermut fahlen Dunst der Bug,
fern tönt von Inseln ein Gesang.

Die nie Sirenenruf entgeistert,
sie stochern im Strandgut des Gedichts,
den Splittern, namenlos und stumm.

 

Comments are closed.

Top