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Natur und Kunst V

20.02.2018

Das Schnulzen-Fett laß weg,
wir wollen nackt
durch scharfe Reiser staken.

Und dieser Reimes-Quaste
Pudelzierde
wird schnipp-schnapp kupiert.

Wir wollen blanke Verse
locker wedeln
auf die warme Erde.

Das Haupthaar lasse wallen,
metrisch locker,
das Nasengras gerupft!

Doch wollen wirʼs mit Elfen-
bein frisieren,
nur kein Spray von REWE!

O Augen, dunkler Spiegel,
schmelzt, ihr Reime,
daß er feucht beschlage!

Und tanzt ein Zwillingsbusen
allegorisch,
hüpfen soll er, hüpfen!

Nur kein strenger Büsten-
halter, schmiegt
Blätter unter Knospen!

Der Nabel dieser Welt,
er äuge frei
und fülle sich mit Tau!

Der Knie helle Monde,
kreiset Bein an Bein,
bis die Distel sticht!

Heb den zarten Fuß
aus feuchtem Moos,
die Schritte zähle nicht!

Und bleibt das Füßchen
hängen im Gestrüpp,
kitzelʼs frei mit Küssen!

Hörst du deine Holde
schnaufen, laß sie
nur elegisch sich betten!

Sind es falsche Tränen,
laß unter Iamben blühen
ihre dicken Backen!

Doch ist es Tau
an echten Wimpern,
fülle ihn in Sapphos Kelch!

Schläfert sie der Duft
aus Rosendunkel,
hauche ihr das frühe Lied.

 

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