Stanzen auf die Wolke
Du spielend windgerupftes, windgezupftes
Gespinst aus Tropfen und Kristallen, mild
von Windes Mund ins blaue Nichts getupftes
Geschwister weißer Schleier, Traumgebild,
von heißen Sonnenschnäbeln bald zerrupftes,
wie gleichest du im Schimmern deiner Seide
der Seele und der Dichtung, ihrem Kleide.
Die Spiele deines Formenwandels künden
wie Strophen dunklen Lebens hellen Sinn,
wenn Zirrusʼ Federn sich am Licht entzünden,
wenn Kumulus hält Wonnewangen hin
und Stratus läßt Tristesse in Tränen münden,
will Nimbus blitzend seifen Iovisʼ Kinn.
Wie gleicht das Leben Wolkenschleiers Wehen,
in Tränen blühen, lächelnd untergehen.