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Tod in Eden

10.10.2016

Seele, sternentsponnen,
Träne, stumm geronnen,
Knospe, die in Eden schlief.
Nur die Engel sahen,
bei der Sterne Nahen,
Schmerzen in der Knospe tief.

Wer kann dich erwecken,
ohne aufzuschrecken
Wurm, der von der Knospe nagt,
Raupen, die dich schlingen,
Winde, die dich wringen,
bis dein Rosenherz versagt?

Wollest dich entfalten,
in die Sonne halten
weicher Lippen Purpurblatt.
Einmal nur erfühlen,
wie dich Tropfen kühlen,
Mondes Milch und Küsse matt.

Willst in süßen Hauchen
dein Geblüt verbrauchen,
harren, bis ein Flügel winkt,
auf ein fremdes Leben,
still mit ihm zu beben,
wenn ein bunter Falter trinkt.

Und dich narrt ein Freien,
schwarzer Flocken Schneien,
Wind, der roh die Blüten reißt.
Und dich narrt ein Säuseln,
kalter Lippen Kräuseln,
Wurm, der stumpf ins Herz sich beißt.

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