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Zwischen Erde und Himmel V

04.12.2017

Getrieben vom Hämmern der Tropfen,
durchblutet von Kapillaren der Sonne,
von Flugsamen überpudert,
Blatt des Gesichts.

Bevor noch Herbst es gilbt
und es sein leuchtendes Adieu spricht
mit errötetem Lächeln,
bevor es zur Erde weht
der Hauch süßen Gedenkens –

hat es das Maul des Dämons gepflückt,
das apokalyptische Tier,
das Seelen frißt
und Schatten ausscheidet,
tückisch dir abgelöst im Schlaf –

oder war es der schwarze Gesang
aus den metallischen Flügeln
einer riesigen Windmaschine
auf dem Theater der Grausamkeit
und dionysischer Allverwirrung,
und unter seiner Säure schmolz
die beredte Haut der Seele –

doch du gehst weiter zur Arbeit,
als hättest du dein Gesicht eingerollt
in der Schreibtischschublade sicher verwahrt,
und die Geliebte streift
mit unschuldigem Atem
die taube Blöße.

 

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