Seufzen nach versiegten Quellen
Wer in Gefahr schwebt, Argwohn hält ihn wach.
Im Rücken fühlt er Feindes Blicke bohren,
des süßen Lebens Licht ging er verloren,
den Schatten, die sich längen, sinnt er nach.
Sein Bauch setzt an kein Fett, und nicht sein Geist.
Kein Caesar lädt ihn ein wie jene Dicken,
die sich in wohlgenährte Knechtschaft schicken.
Er scheint ein Irrstern, der im Abgrund kreist.
Und ist er Dichter, schreibt er keine Oden,
die Blüten streuen auf den jähen Grat,
als würd ihr Schnee die Finsternis erhellen.
Er hört gemeine Gier die Wälder roden,
wo er sich barg auf Mnemosynes Rat.
Ihm bleibt nur Seufzen nach versiegten Quellen.
Erläuterung zu Caesar:
„Laßt wohlbeleibte Männer um mich sein,
mit glatten Köpfen und die nachts gut schlafen.“
William Shakespeare, Julius Caesar (1. Akt, 2. Szene)
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