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Komm, fliehen wir

13.10.2017

Komm, fliehen wir ins Zwielicht alter Bäume,
es ist noch dunkles Moos geheim von Zweigen
bedacht, beträuft von Taues Küssen, fliehen
wir, Veilchen öffnet uns die blaue Stunde,
und Wasser rinnt durch Halme sanfter Schatten,
durchhellt die Mulden blumenstummer Liebe,
es leuchtet uns wie Locken heller Winke,
es glänzt wie Verse sapphisch-feuchter Rosen,
die Dankes Duft den Ferngerückten wehen,
und Perlen schäumt das Wasser, uns zu blenden
mit Träumen, schluchzt sie weich hinab, in Träume
entströmen uns die flügelzarten Worte,
die grünen Mücken, Windes Walzerpüppchen,
sie flattern selig eins am andern narrend,
erfühlen eignes Herz am Puls des fremden,
am Tanz des Herzgenossen wehes Sprühen
des eignen Bluts, gebannt in warme Takte
von Flüstern, Flöten, Zwitschern, um uns schwirren
der Ahnen Geister, Vogelkehlen rührend,
mit Liedern orphisch lösend uns die Bande.
Komm, fliehen wir ins Zwielicht alter Bäume,
es sind Gesänge noch geheim in Zweigen.

 

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