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Bruchstücke verschollener Oden

05.10.2017

Wind warf Schlangen ins Haar,
o Wildnis bitteren Zischens

*

So ritzt der Strahl die schlafende Haut,
blutend, Demeter, Erinnern quillt

*

An basaltener Mauer glänzte die Traube herab,
Schlummer ein Mond

*

Der tote Wald ist heimgewandert
ins Gebirg des zerklüfteten Worts

*

Der Menhir Seele bemoost sich
unter den Rätselsprüchen des Regens

*

Am Rand des Gerölls zertrümmerter Sagen
blaut ein Veilchen, einsamer Abend

*

Aufgeschäumt an purpurnen Lettern
ferner Korallenriffe, Gesang

*

Überhangend ins abschiedsselige Wasser
das Notturno dämmernder Weiden

*

Schnee, der von Pfirsichzweigen herabfiel,
Träume, aufgewirbelte Flocken

*

Stimmen, aus gespenstischen Bäumen
geträufelt, war nicht auch die deine,
verhauchenden Atems Flöte, ihnen gesellt?

*

Der seine Klage ruft ins waldichte Grün,
in meinem Liede niste, Vogel der Nacht

*

Die ihr sapphischen Zartsinns Locken
Blüten gestreut, goldene, mir, Urquells
Musen, genügen die wenigen Tropfen

*

Haucht, Rosen, mir nächtlichen Duft,
vom Trugbild des Tags mich zu wenden
in traumlosen Schlaf

 

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