Rettung, fast
Was in kleinen weißen Blüten,
die uns da wir schliefen
auf die Wange fielen,
was denn in der Knospe Wort
können wir bewahren
außer Taues Tränen?
Und auch dies geht hin, verweht,
trocknet aus, wird runzlig,
bräunt verhäßlicht,
nicht mehr ließest du sie weinend
Liebe gleiten in den Schoß.
Sieh den Schnee, er hüllt die Schründe,
deckt die Furchen, Kot und Tod,
stillet irrer Schreie Schlund,
weicher Hügel Schweigen,
Kissen müder Sucher,
weißer Staub, er glimmt schon feucht,
schmilzt im Frühlicht
neuer Fron.
Und was uns gerettet
aus dem Schlaf der dunklen Wälder,
wo das Rehkitz blutig irrte,
Regen, Regens helles Lied,
Wahn uns bannend in das Tropfen
leisen Wehs, Erinnerung,
haltlos fließt es ab wie Schatten
über grauem Schiefer,
Seufzer namenlos.
Was vom Silber reiner Silben,
Sapphos Schale laubumkränzt,
angehaucht von keuschem Mund,
Spiegel, der sich geisternd bleicht,
Wärme aus dem Moos der Mulden,
bergend bunten Reimes Ei,
wäre Händen zu vertrauen
blind wie unsre,
Herzen überfüllt von Bildern?
Könnten wir sie leeren,
wie die Höhlung einer Glocke,
und wir warten auf den Wind,
der sie wiegt und schaukelt,
Abend atmend wiegt,
bis sie unterm Klöppel
wilden Sehnens
bebt und voller bebend
voller klingt.
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