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Übergänge IX

28.07.2017

Ausgespuckter Unrat,
Blech, Batterien, Autoreifen,
Paletten, ölverschmiert,
verbeultes und verwittertes Gestell,
aus dem schwarzen Fenster eines Schuppens
Verwesungsdunst, Benzin und Aas.

Hier traut sich Heidekraut
ein banges Bleiben zu,
ein kupferrotes Dämmern.

Die blaue Distel bebt,
wenn Wiesel streifen,
und spät am Abend hörtest du
bei herabgedrehter Scheibe,
die Lüftung rauschte noch,
den Zauberschrei der Eule.

Hier nagt die Stadt am Land
mit rostigen Zähnen,
die rosigen Brüste des Blühens
schneidet sie mit gläsernen Dolchen ab,
die zottigen Ohren Pans
verklebt sie mit dem Kot der Angst.

Hier schluckt der Dämon Staub
das Gold der Bienen
und der Wolfsmilch bittere Träne,
trocken hustet der Hauch des Mittags,
der Salamander würgt
am kalkigen Licht der Abendsonne.

Du hast die Scheibe hochgekurbelt,
als ein Mulattengesicht im Feuerschein
vor der morschen Scheune zuckte,
sie hockten selbstdritt beieinander,
Zigeuner, die weißen Zähne bleckend,
als sie die Taschen leerten
vom Tand der Tagesbeute,
du hast gezittert
und doch getan, als gäbst du Zeichen
mit der Zigarettenglut im Dunkel,
sie ließen dich in deiner eitlen Schmach allein.

Seufzt dort noch der Geistermund
des Mohns, wenn verirrte Engel
im Glitzern des Kiesels
Edens Bäche schauen?

 

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