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Unterreich

13.02.2019

Dunkel knirscht das Unterholz,
die Spreu von Schuld und Gram,
auf immerdar verflucht,
im eignen Dung zu wühlen,
lichtscheue Assel,
Wurm im Lebenssatz,
von weichem Kot beglänzt,
Aas für Geier und Schakal,
zerfressner Erde Herz
in Mulch und Angstgestrüpp.

Hier seufzt ein Wasser schwarz
mit faulicht ausgehauchtem Strunk,
der blöde auf ihm schwappt.

Aus wirren Wurzeln schwitzt
in das Gerank der Schatten
braunen Klage-Taues Gift.

Des Auges Ei zerhackt
der Schnabel böser Blicke,
ja eigner Blicke Messer
metzelnd kehrt zurück,
der weiche Dotter,
noch warm vom Brüten
mütterlicher Liebe,
fließt aus, fließt aus.

Keucht hier noch eins,
so unterm Würgegriff
des Unsagbaren,
zischt hier noch eins,
so aus dem Mund von Rauch,
der schwarzen Viper Nest.

Woraus die Rose spricht
ihr Purpurwort ins Blau,
den Humus des Verwesten
durchstochert
hager wie ein Eremit
der Bettel-Finger
unerlösten Schweigens.

 

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