Wink ins Unendliche
Vollendung spricht sich zu
aus den blauen Tönen des Schiefers
im Regen, aus Zwiegesprächen
des Lichts mit den Schatten.
Ein Vogel schwebt dem Geher ums Haupt,
das Seelenspiel der Luft im Gefieder.
Und sein Schluchzen zirkelt den Bann
bis zu den Fächern der Farne,
wo sein Geselle schwankt auf dem Rohr.
Ein Reh verharrt und neigt den Hals,
seine Hand mit wehem Glück zu füllen.
Der Augen schwarze Ferne mildert,
sein warmes Zittern den unsteten Geist.
In der Grotte liegt auf steinernem Bett
der Knabe mit dem Schönheitsmal,
gehüllt in den Teppich, dem zarte Hände
einwebten die Reiher des Übergangs.
Er lauscht dem Tropfen der Zeit,
fühlt im Wehen des Haars
dem Frühlinge nach, der ihn entseelte.
Die Rose des Munds verschloß ihren Traum.
Und aus der Nacht geht der Weg
in die Vollkommenheit, wenn Gold
schürft das Licht aus Bernstein und Harz,
aus dem Herzen schlummernden Kinds.
Kusses süßer Widerschein,
wenn die ergebene Stille des Teichs
die Kerze des Pilgers streift.
Wie die Kolben des Röhrichts
ihre Todeslust schütteln im Wind.
Der Flieder, der sein Blau jetzt flehender sagt,
die von der Morgensonne geweckte Hand,
die ins Unendliche winkt.