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Wie bang

04.03.2016

Wie bang ist diese Luft von Zitter-Pollen
der Erinnerung, von Schemen
ganz verblasster Wünsche, von den Schatten,
die nach Blut und Liebe lecken.

Du halt dich an der Brüstung fest,
wenn unter dir die Wasser schluchzen
und Silberflossen blitzen.

Wie bang ist diese Nacht von Fäulnis-Schimmern
der Sterne, die gestorben sind,
von fernem Bellen, das aus Schädeln quillt,
die im Morast versinken.

Du zieh die Mütze übers Ohr,
wenn dich der Wind mit Flüchen peitscht
und Schneegespenster foppen.

Wie bang sind diese Tage vom Geläut der Glocken,
die in Kloaken schwimmen,
vom Zwitschern eingequetschter Vögel
die in Motoren wirbeln.

Du dreh dich um und weine
der unbesungnen Schönheit nach,
den ungeküßten Augen.

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