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Unterm Pflaster der Strand

09.08.2026

Sous les pavés, la plage
(Parole des Pariser Mai 68)

Sous les pavés,
wütend aufgebrochen,
glomm kein goldner Sand,
schimmerte kein Schnee.
Was bei Abortratten
le désir noch fand,
war ein Louisdor,
Glanz erloschner Schatten,
den Marie verlor,
Münzgeld für die Reise.
Charons Boot war leck,
Nacht war ihre Schneise.
Tausend bleiche Knochen
sah des Aufruhrs Sohn,
balsamiert von Dreck,
klirrend „Marchons, marchons“,
Schädel, augenlose,
doch kein Licht der Rose.

Unter den Talaren,
Pöbel riß sie nieder,
Ungeist hat gespien,
klang von ferne wider
Dichtung der Scholaren,
Walthers Minnelieder,
Goethes Elegien.
Anmut ist verpönt,
nur das Schrille gilt.
Würde wird verhöhnt,
wenn der Phallus schwillt.
Frucht von tausend Jahren
warf ein dumpfes Meinen
in den Trog von Schweinen.

Unter dem Asphalt
ward der Quell erstickt.
Dichters Herz, vergebens
sucht es nach dem Spalt,
daß den Vers erquickt
süßer Tau des Lebens.
Wiesen, die planierten,
baumlos starrend Hügel,
Haut von Tätowierten,
Eros Mißgestalt
mit zerrissenem Flügel
spotten allem Sang,
der aus Tiefen drang.

 

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