Giuseppe Ungaretti, Sereno
Dopo tanta
nebbia
a una
a una
si svelano
le stelle
Respiro
il fresco
che mi lascia
il colore del cielo
Mi riconosco
immagine
passeggera
Presa in un giro
immortale
Aufgeklart
Nach solch einem
Nebel
zeigen sich
einer
nach dem anderen
die Sterne.
Ich atme
die kühle Luft,
die mir die Farbe des Himmels
läßt.
Ich sehe mich,
ein flüchtiges
Bild.
Gefangen in einem ewigen
Wirbel.
Giuseppe Ungaretti, Un’altra notte
In quest’oscuro
colle mani
gelate
distinguo
il mio viso
Mi vedo
abbandonato nell’infinito
Wieder eine Nacht
In dieser Düsternis
erkenne ich mit
gefrorenen
Händen
mein Gesicht.
Ich sehe mich
verlassen im Unendlichen.
Giuseppe Ungaretti, Noia
Anche questa notte passerà
Questa solitudine in giro
titubante ombra dei fili tranviari
sull’umido asfalto
Guardo le teste dei brumisti
nel mezzo sonno
tentennare
Überdruß
Auch diese Nacht geht vorbei,
diese Einsamkeit, die sich im Kreise dreht.
Zögernder Schatten der Drähte der Straßenbahn
auf dem feuchten Asphalt.
Ich sehe, wie die Köpfe der Kutscher
halb im Schlaf
hin- und herwackeln.
Giuseppe Ungaretti, Eterno
Tra un fiore colto e l’altro donato
l’inesprimibile nulla
Ewig
Die Blume, gepflückt, die Blume, geschenkt,
kein Wort für niemandes Blume inmitten.
Giuseppe Ungaretti, In memoria
Locvizza, il 30 september 30, 1910
Si chiamava
Moammed Sceab
Discendente
di emiri di nomadi
suicida
perché non aveva più
Patria
Amò la Francia
e mutò nome
Fu Marcel
ma non era Francese
e non sapeva più
vivere
nella tenda dei suoi
dove si ascolta la cantilena
del Corano
gustando un caffè
E non sapeva
sciogliere
il canto
del suo abbandono
L’ho accompagnato
insieme alla padrona dell’albergo
dove abitavamo
a Parigi
dal numero 5 della rue des Carmes
appassito vicolo in discesa
Riposa
nel camposanto d’Ivry
sobborgo che pare
sempre
in una giornata
di una
decomposta fiera
E forse io solo
so ancora
che vise
Angedenken
Locvizza, il 30 september 30, 1910
Er hieß
Mohammed Sheab.
Er stammte
von Emiren ab, Nomaden.
Er tötete sich,
denn er hatte keine
Heimat mehr.
Er liebte Frankreich
und änderte seinen Namen
in Marcel.
Doch war er kein Franzose.
Er konnte nicht mehr
im Zelt der Seinen
leben,
wo der Singsang
des Korans ertönt,
und man Kaffee schlürft.
Und er wußte seine Zunge nicht zu lösen
im Lied
von der eigenen Verlorenheit.
Ich gab ihm das Geleit,
zusammen mit der Wirtin der Herberge,
in der wir wohnten,
Rue des Carmes Nr. 5
in Paris,
eine heruntergekommene Gasse.
Er ruht
auf dem Friedhof von Ivry,
einer Vorstadt,
die immer aussieht
wie an einem Tag,
wenn der Jahrmarkt gerade vorbei ist.
Vielleicht bin ich der Einzige,
der noch weiß,
daß er gelebt hat.
Giuseppe Ungaretti, I fiumi
Cotici, il 16 agosto, 1916
Mi tengo a quest’albero mutilato
abbandonato in questa dolina
che ha il languore
di un circo
prima o dopo lo spettacolo
e guardo
il passaggio quieto
delle nuvole sulla luna
Stamani mi sono disteso
in un’urna d’acqua
e come una reliquia
ho riposato
L’Isonzo scorrendo
mi levigava
come un suo sasso
Ho tirato su
le mie quattr’ossa
e me ne sono andato
come un acrobata
sull’acqua
Mi sono accoccolato
vicino ai miei panni
sudici di guerra
e come un beduino
mi sono chinato a ricevere
il sole
Questo è l’Isonzo
e qui meglio
mi sono riconosciuto
una docile fibra
dell’universo
Il mio supplizio
è quando
non mi credo
in armonia
Ma quelle occulte
mani
che m’intridono
mi regalano
la rara felicità
Ho ripassato
le epoche
della mia vita
Questi sono
i miei fiumi
Questo è il Serchio
al quale hanno attinto
duemil’anni forse
di gente mia campagnola
e mio padre e mia madre
Questo è il Nilo
che mi ha visto
nascere e crescere
e ardere d’inconsapevolezza
nelle estese pianure
Questa è la Senna
e in quel suo torbido
mi sono rimescolato
e mi sono conosciuto
Questi sono i miei fiumi
contati nell’Isonzo
Questa è la mia nostalgia
che in ognuno
mi traspare
ora ch’è notte
che la mia vita mi pare
una corolla
di tenebre
Die Flüsse
Cotici, 16. August 1916
Ich klammere mich an diesen durchschossenen Baum,
verlassen in einer Senke im Karst,
die an Trübsal leidet
wie ein Zirkusrund
vor oder nach dem Spektakel,
und ich betrachte
die stille Landschaft
der Wolken vor dem Mond.
Heute morgen habe ich mich ausgestreckt
in einer Urne voll Wasser
und war wie eine Reliquie
gebahrt.
Die Wellen des Isonzo
haben mich ausgewaschen
wie einen seiner Steine.
Ich habe mich auf meinen paar Knochen
aufgerappelt
und bin wie ein Akrobat
aus dem Wasser gestiegen.
Ich habe mich neben meine Lumpen
gekauert,
die vom Schmutz des Krieges starren,
und wie ein Beduine
habe ich mich gekrümmt,
um etwas Sonne abzukriegen.
Dies ist der Isonzo,
hier fühlte ich inniger
einem zarten Faden
durch das All nach.
Meine Qual,
mich nicht mehr eins
zu fühlen
mit dem Strom.
Doch jene unsichtbaren
Hände,
die mich eintunken,
schenken mir
das seltene Glück.
Ich habe die Epochen
meines Lebens
nochmals durchlebt.
Dies sind
meine Flüsse.
Dies ist der Serchio,
aus ihm haben geschöpft
an die zweitausend Jahre
meine bäurischen Ahnen,
mein Vater, meine Mutter.
Dies ist der Nil,
er sah mich
zur Welt kommen und wachsen
und glühen vor Ahnungslosigkeit
in den weiten Wüsten.
Dies ist die Seine,
in ihren Trübungen
verlor ich mich
und fand wieder zu mir.
Dies sind meine Flüsse,
ihre Summe der Isonzo.
Dies ist mein Heimweh,
vom Grund eines jeden
leuchtet es mir auf,
nun, da es Nacht ist
und mir mein Leben Bild ward:
ein Kranz
blühender Schatten.
Giuseppe Ungaretti, Levante
La linea
vaporosa muore
al lontano cerchio del cielo
Picchi di tacchi picchi di mani
e il clarino ghirigori striduli
e il mare è cenerino
trema dolce inquieto
come un piccione
A poppa emigranti soriani ballano
A prua un giovane è solo
Di sabato sera a quest’ora
Ebrei
laggiù
portano via
i loro morti
nell’imbuto di chiocciola
tentennamenti
di vicoli
di lumi
Confusa acqua
come il chiasso di poppa che odo
dentro l’ombra
del sonno
Levante
Die Linie aus
Dunst zerstiebt
im großen Rund des Himmels.
Klacken von Stöckeln, Klatschen von Händen,
und die schluchzenden Schnörkel der Klarinette.
Das Meer ist von Asche bedeckt,
es zittert süß und wirr,
wie Tauben tun.
Syrische Emigranten tanzen auf dem Heck,
am Bug steht einsam ein Junge.
Am Sabbatabend geleiten
die Juden
da drüben
ihre Toten
zum Grab
durch die Spirale einer Schnecke.
Flirren
von Gassen,
von Lichtern.
Wasser schäumt,
wie der Lärm, den ich vom Heck her vernehme,
hinter dem Schatten
des Schlafs.
Giuseppe Ungaretti, Silenzio
Conosco una città
che ogni giorno s’empie di sole
e tutto è rapito in quel momento
Me ne sono andato una sera
Nel cuore durava il limio
delle cicale
Dal bastimento
verniciato di bianco
ho visto
la mia città sparire
lasciando
un poco
un abbraccio di lumi nell’aria torbida
sospesi
Stille
Ich kenne eine Stadt,
die sich jeden Tag mit Sonne anfüllt,
und alles ist entrückt für diesen Augenblick.
Ich ging eines Abends von ihr weg,
im Herzen hielt das Zirpen
der Zikaden an.
Vom weißgestrichenen Frachter aus
sah ich,
wie meine Stadt entschwand,
und sie sandte mir,
für kurz,
eine Umarmung aus Licht nach, das in der trüben Luft
schwebte.
Giuseppe Ungaretti, Girovago
Campo di Mailly, maggio 1918
In nessuna
parte
di terra
mi posso
accasare
A ogni
nuovo
clima
che incontro
mi trovo
languente
che
una volta
già gli ero stato
assuefatto
E me ne stacco sempre
straniero
Nascendo
tornato da epoche troppo
vissute
Godere un solo
minuto di vita
iniziale
Cerco un paese
innocente
Vagabund
Mailly-le-Camp, Mai 1918
Nirgends
auf dieser Erde
finde ich
eine Heimstatt.
Unter jedem
Himmel,
wo ich weile,
befällt mich
Siechtum.
Kaum
beginne ich mich
gerade
einzuleben,
mache ich mich,
ein Fremder,
stets wieder davon.
Zu leben kommend
nur in abgelebte Zeit,
suche ich
für die Freude
eines Augenblicks
ursprünglichen
Lebens
nach dem Land
der Unschuld.
Giuseppe Ungaretti, LʾIsola
A una proda ove sera era perenne
di anziane selve assorte, scese,
e s’inoltrò
e lo richiamò rumore di penne
ch’erasi sciolto dallo stridulo
batticuore dell”acqua torrida,
e una larva (languiva
e rifioriva) vide;
ritornato a salire vide
ch’era una ninfa e dormiva
ritta abbracciata a un olmo.
In sé da simulacro a fiamma vera
errando, giunse a un prato ove
l’ombra negli occhi s’addensava
delle vergini come
sera appiè degli ulivi;
distillavano i rami
una pioggia pigra di dardi,
qua pecore s’erano appisolate
sotto il liscio tepore,
altre brucavano
la coltre luminosa;
le mani del pastore erano un vetro
levigato da fioca febbre.
Die Insel
Bis zum Ufer, wo alten Waldes Abend
ewig währt, versunken, ertrunken,
drang er vor,
und ein Rauschen von Gefieder,
herabgetropft vom scharftönenden
Pochen kochenden Wassers,
rief ihn zurück,
und er sah eine Larve (sie schrumpfte ein
und erblühte aufs neu);
er kehrte um und stieg hinan, er sah,
es war eine Nymphe, die schlief
aufrecht, die Arme um eine Ulme geschlungen.
In sich irrend vom Trugbild zur wahren Flamme
gelangte er zu einer Wiese,
wo sich der Schatten in den Augen
junger Mädchen verdichtete wie
der Abend am Wurzelgrund der Oliven,
von den Zweigen rannen
die Pfeile zähen Regens,
und Schafe lagen eingeschlummert
unter dem Samt der Wärme,
andere rupften die Wolle des Lichts.
Die Hände des Hirten waren aus Glas,
poliert von einem schwachen Fieber.
Giuseppe Ungaretti, La madre
E il cuore quando d’un ultimo battito
Avrà fatto cadere il muro d’ombra,
Per condurmi, Madre, sino al Signore,
Come una volta mi darai la mano.
In ginocchio, decisa,
Sarai una statua davanti all’Eterno,
Come già ti vedeva
Quando eri ancora in vita.
Alzerai tremante le vecchie braccia.
Come quando spirasti
Dicendo: Mio Dio, eccomi.
E solo quando m’avrà perdonato,
Ti verrà desiderio di guardarmi.
Ricorderai d’avermi atteso tanto,
E avrai negli occhi un rapido sospiro.
Die Mutter
Und wenn das Herz mit dem letzten Schlag
die Schattenmauer zum Einsturz gebracht hat,
wirst du mir, Mutter, wie einst die Hand reichen,
um mich bis um Herrn zu geleiten.
Auf den Knien wirst du, entschlossen,
ein Standbild vor dem Ewigen sein,
wie er dich schon sah,
als du noch unter den Lebenden geweilt.
Du hebst zitternd die altersschwachen Arme.
Wie damals, als du im Sterben lagst,
sagst du: Hier bin ich, mein Gott.
Und einzig wenn er mir vergeben hat,
kommt dich das Verlangen an, mich anzusehen.
Du gedenkst daran, wie sehr du auf mich gewartet hast,
und deine Augen künden von einem jähen Seufzer.
Giuseppe Ungaretti, Stelle
Tornano in alto ad ardere le favole
Cadranno colle foglie al primo vento
Ma venga un altro soffio,
Ritornerà scintillamento nuovo
Sterne
Sie steigen empor, die Sagen anzuzünden,
sie stürzen bald mit den Blättern im Morgenwind.
Doch möge wieder ein Atem gehen,
und neues Funkeln beginnt.
Giuseppe Ungaretti, Sentimento del tempo
1931
E per la luce giusta,
Cadendo solo un’ombra viola
Sopra il giogo meno alto,
La lontananza aperta alla misura,
Ogni mio palpito, come usa il cuore,
Ma ora l’ascolto,
T’affretta, tempo, a pormi sulle labbra
Le tue labbra ultime.
Empfindung der Zeit
1931
Und im gerechten Licht,
es wirft nur einen veilchenblauen Schatten
auf das tiefer liegende Joch,
alle Ferne ist ermessen,
mein Herz schlägt wie gewohnt,
doch jetzt höre ich es,
rasch, Zeit, presse mir auf die Lippen
zum letzten Mal deine Lippen.
Giuseppe Ungaretti, Soldati
Bosco di Courton luglio 1918
Si sta come
d’autunno
sugli alberi
le foglie.
Soldaten
Bosco di Courton, Juli 1918
Wir sind wie
die Blätter
an den Bäumen
im Herbst.
Giuseppe Ungaretti, Allegria di naufragi
Versa il 14 febbraio 1917
E subito riprende
il viaggio
come
dopo il naufragio
un superstite
lupo di mare
Heiterkeit der Schiffbrüche
Versa, 14. Februar 1917
Und unverzüglich setzt er
die Reise fort
wie
nach dem Schiffbruch
der alte Maat,
der sich retten konnte.
Valloncello dell’Albero Isolato il 27 agosto 1916
Di queste case
non è rimasto
che qualche
brandello di mura
Di tanti
che mi corrispondevano
non è rimasto
neppure tanto
Ma nel cuore
nessuna croce manca
E’ il mio cuore
il paese più straziato
San Martino del Carso
Valloncello dell’Albero Isolato, 27. August 1916
Von diesen Häusern
blieb nichts
als ein wenig
Mauerbruch.
Von den vielen,
die eine Saite in mir berührten,
ist nicht einmal so viel
geblieben.
Doch fehlt im Herzen
nicht ein Kreuz.
Und mein Herz ist
dies allseits zerfetzte Dorf.
Giuseppe Ungaretti, Agonia
Morire come le allodole assetate
sul miraggio
O come la quaglia
passato il mare
nei primi cespugli
perché di volare
non ha più voglia
Ma non vivere di lamento
come un cardellino accecato
Agonie
Sterben wie die Lerchen, verdurstend
in der Luftspiegelung.
Oder wie die Wachtel
im frischen Strauchwerk,
das Meer liegt hinter ihr,
weil nichts mehr sie drängt,
weiterzufliegen.
Nur nicht leben in Wehklagen
wie der erblindete Distelfink.
Vincenzo Cardarelli, Largo serale
È l’ora dei crepuscoli estivi
quando il giorno Pellegrino
si ferma e cade estenuato.
Dolcezza e meraviglia di queste ore!
Qualunque volto apparisse in questa luce
sarebbe d’oro.
I riflessi di raso degli abitati sul lago.
Dolce fermezza di queste chiome
d’alberi sotto i miei occhi!
Alberi della montagna italiana.
Di paese in paese
gli orologi si cantano l’ora
percuotendosi a lungo nella valle
come tocchi d’organo gravi.
Poi più tardi nella festa notturna,
la lentezza dei suoni dura ancora.
Abendliches Largo
Es ist die Stunde der sommerlichen Dämmerungen,
wenn der Waller Tag
anhält und erschöpft darniedersinkt.
Süßigkeit und Wunder dieser Stunden!
Alle Gesichter, in dieses Licht getaucht,
würden zu Gold.
Satinfarbene Reflexe der Ortschaften auf dem See.
In süßer Starre die Haare
der Bäume über meinen Augen!
Bäume der italienischen Bergwelt.
Von Dorf zu Dorf
rufen sich die Glocken die Stunden zu,
und lange verhallen sie im Tal
wie tiefe Orgeltöne.
Noch bis spät in die Feier der Nacht
dehnen die Töne ihr weilendes Weichen.
Vincenzo Cardarelli, Viaggio
Come il partente invidia chi rimane!
Come felice, stabile,
si mostra il mondo a lui che lo contempla
con l’animo d’un esule, con occhi
di morituro.
Deciso all’addio,
egli è, pure indugiando, già in cammino
e fuori dalla vita.
Così a me tutto apparve, in ogni tempo,
come quelle città che salutai
verso sera,
mentre, partendo, già il ricordo urgeva,
o ch’io scopersi fervide e ridendi,
dall’alto d’un ponte,
passando in ferrovia,
rasentando i segreti delle case
col treno in corsa
che discioglieva i luoghi a me più grati
in un gioco di nuvole.
Oh senza sosta io vissi
ed esule dovunque.
Nessun’arte imparai, niuna certezza
mi assiste
nel punto di salpare ormai per sempre.
Reise
Wie der Reisende den beneidet, der zu Hause bleibt!
Glücklich, beständig
scheint dem die Welt, der sie mit den Augen
des Verbannten betrachtet,
des Sterbenden.
Entschlossen, Abschied zu nehmen,
ist er, auch wenn er zögert, schon auf dem Weg
und jenseits des Lebens.
So kam mir alles vor, zu jeder Zeit,
wie jene Städte, denen ich letzte Grüße gesandt
gen Abend,
und mich im Moment, da ich ihnen den Rücken kehrte,
schon die Erinnerung heimsuchte
oder als ich auf einer hohen Brücke stand
und sie mir ihr Glühen und ihr Lächeln enthüllten,
oder im vorüberfahrenden Zug,
als ich an den Geheimnissen der Häuser vorüberglitt,
und der Zug war in voller Fahrt
und löste die mir liebsten Orte
in ein Spiel der Wolken auf.
Oh, rastlos habe ich gelebt
und heimatlos überall.
Keiner Kunst mächtig,
steht mir keine Gewißheit bei,
jetzt, da ich im Begriff bin, abzureisen für immer.
Vincenzo Cardarelli, Rimorso
Ti porto in me come il mare
un tesoro affondato.
Sei il lievito, il segreto
d’ogni mio male,
o amore a cui non credo.
Amore che mi segui
oltre ogni limite, ovunque,
come un cane fedele
segue un padrone ingrato.
Ti fuggo invano.
Poi che meno ti penso più mi opprimi,
rimorso, celato affanno.
Tu certo un giorno mi raggiungerai
nella morte.
Là, riposato e cheto, il tuo buon Genio
mi assisterà.
Voglio dormire all’ombra
del suo tremendo sorriso.
Reue
Ich trage dich in mir wie das Meer
einen versunkenen Schatz.
Du bist das Ferment, das Geheimnis
all meines Leids,
o Liebe, an die ich nicht glaube.
Liebe, die du mir überallhin folgst,
jenseits aller Grenzen,
wie ein treuer Hund
seinem undankbaren Herrn folgt.
Vergeblich fliehe ich vor dir.
Denn je weniger ich an dich denke, umso mehr bedrängst du mich,
Reue, verborgener Harm.
Gewiß wirst du mich eines Tages einholen
im Tode.
Dort wird mir dein guter Genius,
gestillt und ruhig, beistehen.
Im Schatten seines schrecklichen Lächelns
will ich schlafen.
Vincenzo Cardarelli, Spiragli
Che cosa mi colpisce oramai!
Un velo d’ombra di mare
sui monti lontani,
un lembo di nuvola tutelare.
Ma basta levare la testa.
Le cose non stanno che a ricordare.
Piano piano i minuti vissuti,
fedelmente li ritroveremo.
Coraggio, guardiamo.
Schimmer
Was mir da widerfährt!
Ein Schattensegel des Meers
auf den fernen Bergen,
der Streifen einer schützenden Wolke.
Man muß nur den Kopf emporheben.
Die Dinge haben einzig Bestand in der Erinnerung.
Leise, leise kehren die gelebten
Minuten treulich zurück.
Nur Mut, wir wollen sehen.
Vincenzo Cardarelli, Fuga
Brevi sono le forme
che il caos inquieto produce.
La vita è fiamma vinta.
Ogni cosa è costretta
in uno spazio imperioso.
Ascese immani s’appuntano
al vertice di un’ora
per ricadere dolorosamente
in una perduta impotenza.
Se poi ci si rialzerà,
non è certo.
A volte il destino divaga.
Attese di anni non bastano
a dar tempo di giungere a un momento.
E noi stringiamo la grazia
come una mano che si ritira.
Zurückweichen
Kurzlebig sind die Formen,
die aus dem unruhigen Chaos hervorgehen.
Das Leben ist besiegte Flamme.
Alle Dinge sind gefesselt
in einem herrischen Raum.
Ungeheure Aufstiege richten sich
auf den Gipfel einer Stunde,
um unter Schmerzen niederzustürzen
in eine ausweglose Ohnmacht.
Ob man sich wieder erheben wird,
ist ungewiß.
Zuweilen schweift das Schicksal umher.
Jahrelanges Warten genügt nicht,
um im rechten Moment anzukommen.
Und wir halten die Gnade,
wie eine Hand, die zurückweicht.
Vincenzo Cardarelli, Ultima speme
La nostra misera gloria
é una pingue colonia
per il vorace appetito
dei nostri nemici.
I vermi già ci divorano da vivi.
E tra poco di noi non rimarrà
che il lor rifiuto,
l’ultima, imponderabile materia
che in aria e in luce si tramuterà.
O sublime residuo!
Intangibile essenza!
Tu sola, arida polvere,
non patirai l’oltraggio dei viventi.
In te forse, in quel soffio
di cenere superstite,
è la prova dell’anima,
il segno indistruttibile
dell’immortalità.
Letzte Hoffnung
Unser dürftiger Ruhm
ist eine fette Beute
für den Heißhunger
unserer Feinde.
Die Würmer fressen hier schon von den Lebenden.
Und von wenigen unter uns wird nichts verbleiben
als ihr Abfall,
der letzte, schwerelose Stoff,
der sich in Luft und Licht verwandelt.
O erhabener Rest!
Unantastbare Essenz!
Du allein, trockener Staub,
wirst die Schmach der Lebenden nicht erdulden.
In dir vielleicht, in einem Hauch
der verbliebenen Asche,
liegt der Beweis für die Seele,
das unzerstörbare Zeichen
der Unsterblichkeit.
Vincenzo Cardarelli, Alla deriva
La vita io l’ho castigata vivendola.
Fin dove il cuore mi resse
arditamente mi spinsi.
Ora la mia giornata non è più
che uno sterile avvicendarsi
di rovinose abitudini
e vorrei evadere dal nero cerchio.
Quando all’alba mi riduco,
un estro mi piglia, una smania
di non dormire.
E sogno partenze assurde,
liberazioni impossibili.
Oimè. Tutto il mio chiuso
e cocente rimorso
altro sfogo non ha
fuor che il sonno, se viene.
Invano, invano lotto
per possedere i giorni
che mi travolgono rumorosi.
Io annego nel tempo.
Weggeschwemmt
Das Leben habe ich mit dem Leben bestraft.
Wieweit mein Herz durchhält,
habe ich wagemutig ausgelotet.
Nun besteht mein Tag einzig
aus einem öden Wechsel
selbstzerstörerischer Gewohnheiten,
und ich wünschte dem schwarzen Kreis zu entkommen.
Wenn ich mich im Morgengrauen zurückziehe,
überfällt mich eine Anwandlung, ein Wahn,
nicht zu schlafen.
Und ich träume von absurden Aufbrüchen,
unmöglichen Befreiungen.
Weh mir, all meine verkapselte,
stechende Reue
weiß keinen anderen Ausweg
als den Schlaf, wenn er denn kommt.
Vergebens, vergebens ringe ich
um den Besitz der Tage,
die mich mit ihrem Lärm überrollen.
Ich gehe unter in der Flut der Zeit.
Vincenzo Cardarelli, Sardegna
Sul languido cielo s’incidono,
Sardegna, i tuoi monti di ferro.
Cielo velato
come da un polline
malsano, che a guardarlo ci si strugge.
Malinconica Circe,
è con questo richiamo
che trattieni il partente,
presso il Limbara nostalgico.
Ed è così che il sardo
mai tradirà la sua terra fedele.
Quando il cisto più odora
e per le vie marine,
messaggio della vita misteriosa
che in te si cela,
s’avvicina fidente la pernice,
io percorsi, o Sardegna, le tue strade
saline di Gallura,
la terra d’Orosei, bianca, africana,
la Barbagia granitica e selvosa,
l’Ogliastra rossa,
ed oltre il Campidano, le cui donne
hanno seni di pietra,
mi spinsi a Teulada
ove il daino saltellava
sui gradini della casa ospitale.
Sostai fra gli ombrosi
aranceti di Milis. Risalii
l’altipiano ventoso, verso Mandas,
in compagnia d’un canto di soldato,
unica medicina
a tanta malinconia.
E sul corso d’un fiume assiduo e lieto
mi ritrovai fra la tua fiera gente
barbaricina,
che giù dal Gennargentu,
dove fra il bianco granito frondeggiano
le querce e l’elce nera,
calava un tempo
alla pianura fertile e fangosa.
Così dal monte al piano
m’avventurai, per folti paradisi
di selvaggina
e terre così sole che a percorrerle
qualunque cavalcante è paladino.
Ti conobbi dovunque,
isola ardente e varia,
coi tuoi costumi, i tuoi canti ieratici.
E già l’estate lungo gli arsi greti
sbiancava l’oleandro,
persistendo sui monti
un colore indicibile
di primavera isolana.
E sul tuo suolo vergine affioravano
qua e là, sollecite,
le prime, rudi reliquie dell’uomo
che ti fan grave e cupa in tanta luce.
Favoloso viaggio
ch’io rifeci in un attimo,
allontanandomi nella sera,
mentre ormai più non eri
che un cielo sognante
all’orlo d’una montagna.
Terra di vini forti,
patria di antichi pastori
e di donne calde,
fior del Mediterraneo,
fiorito al tempo che tutto era chiuso
nel nostro mare,
tu porti in te il profumo
d’un secolo cortese e venturoso.
Lo sentii nella grazia
del tuo linguaggio,
nei venti che respiri.
E vidi Pisa,
là dove a un tratto sull’alpestre cima
due vecchie mura castellane, orrende,
rammentano il conte Ugolino.
Ma dimmi tu qual nome, se non Roma,
fa lampeggiare l’occhio
del tuo pastore.
Sardinien
Auf den weichen Himmel gravieren, Sardinien,
ihre Zeichen deine Berge aus Eisen.
Himmel, unter dem Schleier
kränklichen Blütenstaubs,
dessen Anblick dahinschmelzen läßt.
Schwermütige Kirke,
mit diesem Lockruf
hältst du den Reisenden zurück,
nahe dem Sehnsuchtsgipfel des Limbara.
Und so kommt es, daß der Sarde
seine treue Heimat niemals verrät.
Wenn die Zistrose stärker duftet,
und sich auf den Küstenstreifen,
Botschaft des geheimnisvollen Lebens,
das sich in dir verbirgt,
das Rebhuhn traulich nähert,
lief ich über deine salzigen Wege,
in Gallura,
wanderte über die weiße, afrikanische Erde von Orosei,
durch das granitene, waldreiche Barbagia,
durch das rötliche Ogliastra
und weiter über die Ebene von Campidano,
wo die Frauen steinerne Brüste haben,
drang weiter vor bis Teulada,
wo das Damwild auf- und absprang
über die Treppen der Herberge.
Ich machte Rast im schattigen
Orangenhain von Milis. Ich stieg
auf die windreiche Hochebene in Richtung Mandas,
mich begleitete der Gesang eines Soldaten,
einzigartige Arznei
gegen so große Schwermut.
Und am Lauf eines heiter sprudelnden Flusses
fand ich mich unter dem stolzen Volk
von Barbagia,
das einst vom Gennargentu,
wo durch weißen Granit das Laub
der Eichen und der schwarzen Steineiche blickt,
in die fruchtbare und schlammige Ebene herabstieg.
So wagte auch ich mich
vom Berg herab in die Ebene,
durch das Paradiesesdickicht
wilder Tiere
und ein Gelände, so einsam, daß aus einem Reiter
gleich ein Ritter ward.
Dich erkannte ich überall,
glühende und wechselvolle Insel,
an deinen Trachten, deinen feierlichen Gesängen.
Und der Sommer hat an den verbrannten Kieswegen
den Oleander schon gebleicht,
während auf den Bergen
der Inselfrühling
in einer unbeschreiblichen Farbe ausharrt.
Aus deiner jungfräulichen Erde
sind hier und da, mahnend,
die ersten, rohen Zeugnisse des Menschen ans Licht gekommen,
sie machen dich ernst und düster in diesem hellen Licht.
Sagenumwobene Reise,
die ich in einem Augenblick wiederholte,
da es mich in den Abend entrückte,
während du bereits nur mehr
ein träumender Himmel warst
am Saum eines Gebirges.
Erde starker Weine,
Heimat antiker Hirten
und herzlicher Frauen,
Blume des Mittelmeers,
blühend zu Zeiten, da auf unserem Meer
alles unzugänglich war,
trugst du in dir den Duft
eines höfischen und abenteuerlichen Zeitalters.
Ich verspürte dies in der Anmut
deines Zungenschlags,
in den Lüften, die ich geatmet.
Und ich sah Pisa,
dort wo mich plötzlich auf der Bergespitze
zwei alte Mauern des Kastells, grauenerregend,
an den Grafen Ugolino erinnerten.
Du aber sag mir, welcher Name, wenn nicht der Name Rom,
aufleuchten läßt das Auge
deines Hirten.
Vincenzo Cardarelli, Genitori
Io devo al grembo che m’ha partorito
il temerario amore per la vita
che m’ha tanto tradito.
Poi che nacqui da un sangue
ben fervido e gioviale.
Io nacqui da una donna che cantava
nel rimettere in ordine la casa
e, madre più trionfante che amorosa,
soleva in braccio portarmi con gloria.
Ora, ebbi un padre severo
come un santo orgoglioso.
E furon questi i due forti avversari
che m’hanno generato.
Eltern
Ich verdanke dem Schoß, der mich geboren hat,
die verwegene Liebe zum Leben,
das mich so sehr verraten hat.
Denn ich entsproß einem Blut,
wahrhaft glühend und heiter.
Mich gebar eine Frau, die sang,
während sie die Zimmer kehrte,
eine Mutter, mehr auf Überlegenheit aus als auf Liebe,
die mich gern als ihre Trophäe auf den Armen hielt.
Dann hatte ich einen Vater, streng
wie ein stolzer Heiliger.
Dies waren die beiden starken Gegner,
die mich hervorgebracht haben.
Vincenzo Cardarelli, Adolescente
Su te, vergine adolescente,
sta come un’ombra sacra.
Nulla è più misterioso
e adorabile e proprio
della tua carne spogliata.
Ma ti recludi nell’attenta veste
e abita lontano
con la tua grazia
dove non sai chi ti raggiungerà.
Certo non io. Se ti vedo passare
a tanta regale distanza,
con la chioma sciolta
e tutta la persona astata,
la vertigine mi si porta via.
Sei l’imporosa e liscia creatura
cui preme nel suo respiro
l’oscuro gaudio della carne che appena
sopporta la sua pienezza.
Nel sangue, che ha diffusioni
di fiamma sulla tua faccia,
il cosmo fa le sue risa
come nell’occhio nero della rondine.
La tua pupilla è bruciata
dal sole che dentro vi sta.
La tua bocca è serrata.
Non sanno le mani tue bianche
il sudore umiliante dei contatti.
E penso come il tuo corpo
difficoltoso e vago
fa disperare l’amore
nel cuor dell’uomo!
Pure qualcuno ti disfiorerà,
bocca di sorgiva.
Qualcuno che non lo saprà,
un pescatore di spugne,
avrà questa perla rara.
Gli sarà grazia e fortuna
il non averti cercata
e non sapere chi sei
e non poterti godere
con la sottile coscienza
che offende il geloso Iddio.
Oh sì, l’animale sarà
abbastanza ignaro
per non morire prima di toccarti.
E tutto è così.
Tu anche non sai chi sei.
E prendere ti lascerai,
ma per vedere come il gioco è fatto,
per ridere un poco insieme.
Come fiamma si perde nella luce,
al tocco della realtà
i misteri che tu prometti
si disciolgono in nulla.
Inconsumata passerà
tanta gioia!
Tu ti darai, tu ti perderai,
per il capriccio che non indovina
mai, col primo che ti piacerà.
Ama il tempo lo scherzo
che lo seconda,
non il cauto volere che indugia.
Così la fanciullezza
fa ruzzolare il mondo
e il saggio non è che un fanciullo
che si duole di essere cresciuto.
Junges Mädchen
Du ruhst in dir, junges Mädchen,
wie ein unantastbarer Schatten.
Nichts ist geheimnisvoller
und anbetungswerter und mehr dir eigen
als dein entblößtes Fleisch.
Doch verschließ dich in dein hellhöriges Kleid
und lebe abgesondert
mit deiner Anmut, von der ich nicht weiß,
wer ihr an sie heranreicht.
Ich gewiß nicht. Wenn ich dich vorübergehen sehe
in solch hoheitsvoller Entfernung,
mit dem gelösten Haar
und der gereckten Haltung,
überkommt mich Schwindel.
Du bist ein glattes Wesen ohne Poren,
dem auf seinen Atem die dunkle Freude
des Fleisches drückt, das kaum
die eigne Fülle erträgt.
In deinem Blut, das Flammen gießt
über dein Gesicht,
ertönt das Gelächter des Kosmos
wie im schwarzen Auge der Schwalbe.
Deine Pupille ist verbrannt
von der Sonne, die in ihr steht.
Dein Mund ist verschlossen.
Deine weißen Arme kennen nicht
den erniedrigenden Schweiß der Berührungen.
Wenn ich daran denke, wie dein Leib,
heikel und ungreifbar,
die Liebe im Herzen des Mannes
zur Verzweifnung bringt!
Und doch wird einer dich zum Welken bringen,
quellender Mund.
Einer, der es nicht bemerken wird,
ein Schwammfischer,
wird nach dieser seltene Perle greifen.
Es wird ihm Gunst verleihen und Erfolg,
dich nicht gesucht zu haben
und nicht zu wissen, wer du bist,
und dich nicht erfreuen zu können
mit einem dünnen Selbstgefühl,
das der Götze Eifersucht kränkt.
O ja, der viehische Kerl wird dumm genug sein
zu sterben, bevor er dich angetastet hat.
Und so geht es mit allen.
Auch du weißt nicht, wer du bist.
Und wirst zulassen, daß er dich nimmt,
doch kaum ist das Spiel zu Ende,
lacht ihr ein wenig zusammen.
Wie sich die Flamme im Licht verliert,
lösen sich bei der Berührung mit der Wirklichkeit
deine Geheimnisse, die du verheißt,
in Nichts auf.
Soviel Freude
wird ungenossen vergehen!
Du wirst dich hingeben, dich verlieren,
aus einer Laune heraus, die er niemals durchschaut,
bei dem ersten besten, der dir gefällt.
Die Zeit liebt den Streich,
der ihr beispringt,
nicht die Voricht, die zaudert.
So läßt Kindheit
die Welt Purzelbäume schlagen,
und der Weise ist nur ein Kind,
das es bedauert, erwachsen zu sein.
Vincenzo Cardarelli, Polacca
O grande ragazza crucciosa, nei cui occhi fondi
si mescolano a profusione tenebre e azzurro!
E ciuffi dei tuoi arsi capelli sono incontenibili sulla tua fronte.
Oggi la tua veste lunga e leggera fa che le strade dove tu cammini
diano una tacita, immensa impressione di prati.
Il tuo passo è barbarico e grazioso, è una danza dei tuoi paesi,
che oggi, nell’abito di primavera, tu esegui con una lentezza inerme,
a piedi quasi nudi.
Ma a me, che t’ho vista portare, alla propizia stagione,
fastose vesti, a passi scuotenti come schiocchi di sonagliere,
a me che conosco le tue furie invernali, quale melanconico
e superbo effetto fa il rivederti così spogliata, in un
incontro di sera, mite;
nella nostra olimpica luce latina.
Se tu sapessi quanto è l’amore che mi fa smaniare la notte
nella mia camera come un albero che cerca l’aria!
Ieri sera, ritratta come una giovane tigre in fondo al palchetto,
pareva che il tuo cupo sguardo salisse dalle profondità d’un’abside.
O angelo nero, carica di collane d’ambra piombanti,
e vestita di colori in cui
sembri figurare il dispetto e la tenebra che ti gravano sull’anima.
Vergine ingiusta e dannata.
Non avevo mai osservato i solchi profondi sul dorso
della tua magra mano di negra.
I tuoi piedini fioriti sui quali la tua alta persona si dondola,
camminando, con un’eleganza acrobatica di cavallerizza.
Adesso capisco che tu potresti essere l’espiazione
e il contagio della mia vita.
Polnisches Mädchen
O herrliches Mädchen voll Gram, in deinen tiefen Augen
mischen sich Ströme von Nacht und Ätherblau.
Büschel deiner verbrannten Haare wollen auf deiner Stirne nicht haften.
Heute verwandelt deine schmale und graziöse Gestalt die Straßen,
auf denen du wandelst, in die lautlose Bühne eines grenzenlosen Idylls.
Dein Gang ist barbarisch und anmutvoll, ein Tanz deiner Heimat,
den du heute im Gewand des Frühlings mit einer unbewaffneten Langsamkeit vollführst,
als gingest du barfuß.
Doch ich, der dich in der schönen Jahreszeit in prächtigen Kleidern gesehen hat,
und deine Schritte knallten wie das Rasseln von Schellen,
ich, der deine winterliche Raserei kennt, wie schwermütig und
stolz machte es mich, dich so entblößt wiederzusehen,
zur Abendzeit, und sanft,
in unserem göttlichen Latinerlicht.
Wenn du wüßtest, wie groß die Liebe ist, die mich die Nacht über rasen läßt
in meinem Zimmer wie ein Baum, der die Luft sucht!
Gestern Abend warst du wie ein junger Tiger im Grund der Loge verborgen,
und es schien, dein düsterer Blick spränge aus der Tiefe einer Apsis hervor.
O schwarzer Engel, behängt mit Ketten von Bernsteinen, die herabstürzen,
und bekleidet mit Farben, in denen
sich die Bosheit und die Finsternis spiegeln, die deine Seele beschweren.
Jungfrau, ungerecht und verdammt.
Nie habe ich je die tiefen Runzeln auf dem Rücken
deiner mageren Hand einer Negerin betrachtet.
Deine zierlichen Blumen-Füße, auf denen sich deine hohe Gestalt wiegt,
sie schweben mit der akrobatischen Eleganz einer Kunstreiterin daher.
Nun verstehe ich: Du könntest die Sühne
und das Verderben meines Lebens sein.
Vincenzo Cardarelli, Ballata
Ecco la casa ov’io vidi la luce
e la chiesa lì accanto,
dove fui battezzato.
Consolanti evidenze!
Qui antiche donne vivono,
mai sazie di ricordare.
E narrano una storia
ch’io so a memoria e non vorrei sapere.
Narrano la mia storia famigliare.
Dicono che una notte,
col cuore fasciato
di crudeltà e d’ira fredda,
un uomo fece guasto
senza pietà nei suoi affetti più sacri,
disperse una famiglia appena in fiore.
E la casa natale era al mattino
tranquilla e disertata
come se visitata
l’avessero le streghe.
Il tempo come un ciclone
spazzò da questi luoghi
le care immagini.
Di ciò che fu non rimane
che un tacito agitarsi
di memorie e di ombre.
Ma quelle voci ch’io dico
sono implacabili e vive.
Lamentose quale un funebre canto,
alla pietà l’invettiva alternando,
mi rammentano come, ancora in fasce,
m’abbia poco la sorte vezzeggiato.
Ballade
Da ist das Haus, in dem ich das Licht der Welt erblickt habe,
und gleich daneben die Kirche,
in der ich getauft worden bin.
Tröstliche Bilder des Daseins!
Jetzt wohnen hier alte Frauen,
die käuen die Erinnerungen wieder.
Sie erzählen eine Geschichte,
um die ich wohl weiß, aber nicht wissen will.
Sie erzählen die Geschichte meiner Familie.
Sie sagen, eines Nachts habe
ein Mann, das Herz umschnürt
von Grausamkeit und kalter Wut,
ohne Pietät vor seinen heiligsten Gefühlen,
Verderben angerichtet und
eine kaum erblühte Familie zerstört.
Und das Vaterhaus lag des Morgens
still da und verlassen,
als hätten es Hexen
heimgesucht. Der Wirbelwind Zeit
hat die lieben Laren weggefegt
von dieser Stätte.
Seither blieb nichts übrig
als ein Wehen
von Erinnerungen und Schatten.
Doch die Stimmen, die ich rufe,
sind unversöhnlich und lebendig.
Klagend wie ein Totenlied,
tauschen sie Segnungen mit Flüchen,
sie gemahnen mich daran, wie wenig hold mir
von der Wiege an das Schicksal war.
Vincenzo Cardarelli, Alba
Solo in te, alba, riposa
la mia morte affannosa.
Solo in te trova pace
l’insonnia mia, ch’è simile
ad un rombante fiume
rapinoso, infernale,
dov’io vado ogni notte
dibattendomi invano.
Dinanzi a te, che giungi
sempre così furtiva
da far quasi paura, e origli e spii,
spettro anche tu, il più vago,
alba dal freddo viso,
cessan gli orrori, fuggono i fantasmi.
La morte, mia nera
compagna di veglia,
se ne va, s’allontana
a passi di ladro.
Ond’io emergo e mi libero
dall’onda tenebrosa
e affranto mi riduco
al mio sonno di pietra.
O alba, o dolce alba,
mare di luce incerta,
in cui tutto ha foce.
Morgendämmerung
Nur in dir, Morgendämmerung, findet
mein keuchender Tod Ruhe.
Nur in dir findet Frieden
meine Schlaflosigkeit,
dieser brausende Fluß,
reißend und höllisch,
mit dem ich Nacht für Nacht
vergeblich ringe.
Vor dir, die immer heimlich
wie ein Dieb heranschleicht, lauscht und späht,
ein Gespenst auch du, durchsichtig fast ganz,
Morgendämmerung mit dem kalten Blick,
weichen Schreckgestalten, fliehen die Gespenster.
Der Tod, meine schwarze
Kameradin im Wachen,
geht davon, entfernt sich
mit den Schritten des Diebs.
Ich tauche auf und befreie mich
aus der finsteren Woge
und flüchte mich ermattet
in meinen steinernen Schlaf.
O Morgendämmerung, süße Dämmerung,
Meer aus flackerndem Licht,
in dem ich endgültig münde.
Vincenzo Cardarelli, Liguria
È la Liguria terra leggiadra.
Il sasso ardente, l’argilla pulita,
s’avvivano di pampini al sole.
È gigante l’ulivo. A primavera
appar dovunque la mimosa effimera.
Ombra e sole s’alternano
per quelle fondi valli
che si celano al mare,
per le vie lastricate
che vanno in su, fra campi di rose,
pozzi e terre spaccate,
costeggiando poderi e vigne chiuse.
In quell’arida terra il sole striscia
sulle pietre come un serpe.
Il mare in certi giorni
è un giardino fiorito.
Reca messaggi il vento.
Venere torna a nascere
ai soffi del maestrale.
O chiese di Liguria, come navi
disposte a esser varate!
O aperti ai venti e all’onde
liguri cimiteri!
Una rosea tristezza vi colora
quando di sera, simile ad un fiore
che marcisce, la grande luce
si va sfacendo e muore.
Ligurien
Ligurien ist ein Land voller Anmut.
Der Fels glüht, der Lehm glänzt,
das Weinlaub glimmt in der Sonne.
Der Olivenbaum, ein Riese. Im Frühjahr
erscheint überall die kurzlebige Mimose.
Schatten und Licht wechseln
in jenen tiefen Tälern,
die sich zum Ufer hin verlieren,
auf den gepflasterten Wegen,
die sich aufwärts schlängeln, zwischen Rosenfeldern,
Höhlen und Felsklüften,
vorbei an Landgütern und verschlossenen Weinbergen.
Auf dieser trockenen Erde kriecht die Sonne
über die Steine wie eine Schlange.
An gewissen Tagen ist das Meer
ein blühender Garten.
Der Wind ist voller Botschaft.
Venus wird wiedergeboren
unterm Hauch des Mistral.
O ihr Kirchen Liguriens, wie Schiffe
im Begriff, in See zu stechen!
O den Winden und Wogen offen,
ihr Friedhöfe Liguriens!
Traurigkeit behaucht alles rosenfarben,
wenn am Abend, der Blume gleich,
die vermodert, das große Licht
dahinsinkt und stirbt.
Vincenzo Cardarelli, Amore
Come chi gioia e angoscia provi insieme
gli occhi di lei così m’hanno lasciato.
Non so pensarci. Eppure mi ritorna
più e più insistente nell’anima
quel suo fugace sguardo di commiato.
E un dolce tormento mi trattiene
dal prender sonno, ora ch’è notte e s’agita
nell’aria un che di nuovo.
Occhi di lei, vago tumulto. Amore,
pigro incredulo amore, più per tedio
che per gioco intrapreso, ora ti sento
attaccato al mio cuore (debol ramo)
come frutto che geme.
Amore e primavera vanno insieme.
Quel fatale e prescritto momento
che ci diremo addio
è già in ogni distacco
del tuo volto dal mio.
Cosa lieve è il tuo corpo!
Basta ch’io l’abbandoni per sentirti
crudelmente lontana.
Il più corto saluto è fra noi due
un commiato finale.
Ogni giorno ti perdo e ti ritrovo
così, senza speranza.
Se tu sapessi com’è già remoto
il ricordo dei baci
che poco fa mi davi,
di quel caro abbandono,
di quel folle tuo amore ov’io non mordo
che sapore di morte.
Liebe
Wie wenn du Freude und Angst zugleich empfindest,
so haben mich ihre Augen zurückgelassen.
Ich kann nicht mehr daran denken. Und doch schwebt
nur umso eindrücklicher mir vor der Seele
ihr flüchtiger Abschiedsblick.
Und eine süße Folter verwehrt
mir den Schlaf, nun, da es Nacht ist und in der Luft
sich etwas Neues erhebt.
Ihre Augen, dunkler Aufruhr. Liebe,
träge, ungläubige Liebe, mehr von Langeweile
getrieben als von Freude, nun fühle ich
dich an meinem Herzen haften (ein schwacher Zweig),
wie eine ächzende Frucht.
Liebe und Frühling gehen zusammen.
Jener Moment, da wir uns Lebewohl sagten,
war schon vom Schicksal vorgezeichnet
in jeder Abkehr
deines Gesichts von dem meinen.
Wie leicht schwebt dein Körper dahin!
Es ist genug, daß ich ihn dahingebe, wenn ich fühle,
wie grausam fern du bist.
Der knappste Gruß ist zwischen uns zweien
ein endgültiger Abschied.
Jeden Tag verliere ich dich so und finde dich wieder,
ohne Hoffnung.
Wenn du wüßtest, wie ferngerückt schon
die Erinnerung unserer Küsse ist,
die du mir noch vor kurzem gabst,
von welch teurer Hingabe,
von welchem Wahnsinn deine Liebe war, wovon mir jeder Bissen
den Geschmack des Todes gibt.
Vincenzo Cardarelli, Sulla tomba
Tutto un inverno ho sofferto
pensando alla fradicia zolla
dove tu riparavi
in provvisoria fossa
ch’era il tuo purgatorio.
Piovose notti insonni
conobbero il mio rimorso.
E a te volavo, o madre,
cui non piacque la terra
per ultima dimora,
la terra faticosa,
la terra che patisti oltre la morte.
Ora esaudita, emersa
dal confuso elemento,
tu sei come redenta.
Non più l’informe grembo
travaglierà le tue spoglie.
Tu che vivente avesti incerto asilo,
sicuro loco avrai or che sei morta,
fin che l’umana pietà lo conceda.
In der Gruft
Einen ganzen Winter lang habe ich schmerzlich
an die feuchte Scholle gedacht,
zu der du geflüchtet bist,
in die Grube auf Zeit,
die dein Purgatorium war.
Regennächte ohne Schlaf
haben meine Reue kennengelernt.
Und ich bin vor die weggelaufen, o Mutter,
dir hat die Erde nicht zugesagt
für den letzten Aufenthalt,
die Erde der Mühsal,
die Erde, unter der du zu leiden hattest über den Tod hinaus.
Nun wurdest du erhört, bist emporgetaucht
aus dem dunklen Element,
du bist wie erlöst.
Der ungestalte Schoß
macht deinen sterblichen Überresten keine Wehen mehr.
War dir auch im Leben keine Zuflucht gewiß,
wirst du nun, da du tot bist, einen sicheren Ort haben,
solange menschliches Erbarmen ihn dir gewährt.
Fra tuoni allegri e raffiche puerili
la primavera mette i suoi colori
e spiega la sua bandiera
come una cerimonia militare
che si svolge con qualunque tempo.
Di giorno in giorni avanza
l’irrompente stagione.
E già la terra è piena
del suo passaggio
e del suo fresco e molle detrito.
Il biancospino è fiorito e sfiorito
aspettando la polvere di maggio.
Gli alberi che vedemmo lungo il fiume
tutto un inverno nudi
hanno le foglie nuove e i tronchi neri.
Una vita incredibile e segreta
scorre in quei fusti umidi e adorni
di sì tenera chioma.
A pie’ dei vecchi muri
le prode rinverdite
son come carne d’adolescente,
e si risentono i ruderi.
Ma le orgogliose piante sempreverdi
non conoscono primavera.
Decorosa tristezza di quegli alberi,
ornamento dei nostri giardini,
che ottobre non depreda
e aprile non rinnova.
Insensibili piante. Sono pari
ai monumenti cui fanno corona
e non sospirano che il plenilunio
e un usignolo che le consoli.
Frühling in der Stadt
Zwischen heiterem Gewittergrollen und kindlichen Windstößen
rührt der Frühling seine Farben an
und entrollt seine Flagge
wie zu einer Militärparade,
die sich zu jeder Zeit abspielt.
Von Tag zu Tag breitet
sich die Jahreszeit des Einströmens aus.
Und schon ist die Erde erfüllt
von seinem Vorübereilen
und seinem frischen und weichen Abfall.
Der Weißdorn ist erblüht und wieder verblüht,
kündend vom Blütenstaub des Mai.
Die Bäume, die wir längs des Flusses
einen ganzen Winter durch nackt sahen,
zeigen frische Blätter und schwarze Stämme.
Ein unerhörtes und geheimes Leben
strömt durch die feuchten und geschmückten Schäfte
mit den so zarten Wipfeln.
Am Fuß der alten Mauern
sind die wieder ergrünten Uferstreifen-
wie das Fleisch eines Hernwachsenden
und neues Gefühl regt sich in den Trümmern.
Doch die stolzen immergrünen Büsche
kennen keinen Frühling.
Dekor der Trauer um die Bäume,
Ornament unserer Gärten,
die der Oktober nicht entlaubt
und der April nicht erneuert.
Unempfindliche Gewächse. Sie gleichen
den Monumenten, die sie umkränzen,
sie seufzen nur dem Vollmond
und der Nachtigall, auf daß sie sie tröste.
Fu varcata una sera con tua madre
la soglia della tua stanza,
o vergine scontrosa,
e ti vidi dormire.
Stavi lì, sul tuo letto, supina,
immobile e senza respiro,
finalmente domata.
Nulla d’angelico era in te che dormivi
senza sogni, senz’anima,
come dorme una rosa.
E un po’ del tuo colore
se n’era andato.
Chiuso il volto, rappreso
in un sonno lontano
e gonfio d’occulto fermento,
lievitavi dormendo, come un tempo
nel grembo materno.
E io vidi, fanciulla,
il tuo sonno stupendo.
Der Schlaf der Jungfrau
Eines Abends hat man gemeinsam mit deiner Mutter
die Schwelle deines Zimmers überschritten,
o widerspenstige Jungfrau,
und ich habe dich schlafen gesehen.
Du lagst da rücklings auf deinem Bett,
starr und atemlos,
endlich doch bezwungen.
Da war nichts Engelhaftes in dir, die du schliefest
ohne Träume, ohne Seele,
wie eine Rose schläft.
Und deinem Gesicht lieh sie
ein wenig von ihrer Farbe.
Das Antlitz war verschlossen, geronnen
in einem fernen Schlaf,
und aufgedunsen von einer okkulten Gärung,
du triebst auf im Schlaf, wie einst
im mütterlichen Schoß.
Und ich sah, Mädchen,
deinen wunderbaren Schlaf.
Vincenzo Cardarelli, A Omar Khayyàm
« Mentre vivi, bevi.» (Khayyam)
Khayyàm, nei mattini d’estate,
basta avere una foglia in bocca,
il sole dei giardini
ci ubbriaca meglio del tuo vino
che noi non berremo.
Abbiamo, dopo di te,
bevuto in ben altre cantine.
Abbiamo la gola rossa
dei nostri vini d’Occidente,
o mio vecchio, melodico persiano.
Ma la tua dolce infanzia di filosofo
questa è un gran dono.
Tu hai guardato il mondo
tra nebbie e per distanze siderali.
Tu hai potuto iridare
di primordiali curiosità
l’ombra della vita.
Dove tutto non era
che disperata certezza
tu hai fatto domande,
proposto accordi e tutto era concluso.
E quando, non la durezza
della faccia di Dio,
pietosamente a te ascosa,
ma la tua carne stanca
ti rimbrottava,
da quell’oscuro e flebile scontento
nasceva la grazia d’un ritmo.
Così dell’umano
viaggio eludesti
le premesse fatali,
convinto di non saperle
e illuso di doverle ricercare.
E questo era il buon vino,
Khayyàrn.
Il dio che ti propiziava
questa bevanda d’inganni
faceva la tua fortuna
e il tuo canto.
E tu libavi alle rose
del tuo ridente sepolcro,
non sospettando, o impavido,
che la tua vita era già
un cimitero fiorito.
An Omar Khayyam
„Trinke, solange du lebst!“ (Khayyam)
Khayyam, dir genügte es,
in den Morgenstunden des Sommers
ein Blatt im Munde zu haben,
uns berauscht die Sonne der Gärten
besser als dein Wein,
den wir nicht trinken werden.
Wir haben, nach deiner Zeit,
in ganz andren Schenken getrunken.
Wir haben eine rote Kehle
von unseren Weinen im Abendland,
o du mein Ahne, mit Melos erfüllter Perser.
Und deine süße Kindheit als Philosoph,
welch ein herrliches Geschenk!
Du hast die Welt betrachtet
durch Nebel und aus dem Abstand der Sterne.
Du hast es vermocht,
in morgenfrischer Wißbegier
den Regenbogen zu erwecken
im Schatten des Lebens.
Wo alles nichts war
als hoffnungslose Gewißheit,
hast du Fragen gestellt,
Harmonien entworfen und alles ward Einklang.
Und wenn das strenge Antlitz
Gottes sich dir nicht gnädig verhüllte,
sondern deines müden Fleisches
dich verwies,
erwuchs aus solch dunklem und jämmerlichem Verdruß
die Grazie eines Rhythmus.
So umgingst du
die schicksalhaften Prämissen
der menschlichen Reise,
überzeugt, nichts von ihnen zu wissen,
und in der Illusion, sie erforschen zu müssen.
Und dies war der gute Wein,
Khayyam.
Der Gott, der dir diesen Trank der Illusionen
gönnte,
schenkte dir Glück
und deinen Gesang.
Und du nipptest an den Rosen
deines heiteren Grabmals,
nicht ahnend, o furchtloser Mann,
daß bereits dein Leben
ein blühendes Grab war.
Vincenzo Cardarelli, Crudele addio
Ti conobbi crudele nel distacco.
Io ti vidi partire
come un soldato che va alla morte
senza pietà per chi resta.
Non mi lasciasti nessuna speranza.
Non avevi, in quel punto,
la forza di guardarmi.
Poi più nulla di te, fuorchè il tuo spettro,
assiduo compagno, il tuo silenzio
pauroso, come un pozzo senza fondo.
Ed io m’illudo
che tu possa riamarmi.
E non fo che cercarti, non aspetto
che il tuo ritorno,
per vederti mutata, smemorata,
aver noia di me che oserò farti
qualche amoroso e inutile dispetto.
Grausamer Abschied
Ich habe dich grausam erlebt bei der Trennung.
Ich habe dich weggehen sehen
wie einen Soldaten, der in den Tod geht,
ohne Erbarmen für den, der bleibt.
Du hast mir keine Hoffnung dagelassen.
Du hattest in jenem Augenblick
nicht die Kraft, mir in die Augen zu sehen.
Hernach nichts mehr von dir, außer deinem Gespenst,
einem beharrlichen Begleiter, deinem Schweigen
aus Angst, gleich einem Brunnen ohne Grund.
Und ich wiege mich in der Illusion,
du könnest meine Liebe erwidern.
Ich tue nichts anderes als dich zu suchen, ich erwarte
nichts anderes als deine Rückkehr,
nur um zu sehen, wie ganz umgewandelt du bist, als habest du alles vergessen,
wie du meiner überdrüssig bist, der ich es wagen werde,
dir einen liebevollen und sinnlosen Streich zu spielen.
Vincenzo Cardarelli, Distacco
Io ti sento tacere da lontano.
Odo nel silenzio il tuo silenzio
Di giorno in giorno assisto
all’opera che il tempo, complice mio solerte, va compiendo.
E già quello che ieri era presente
divien passato e quel che ci pareva
incredibile accadde.
Io e te ci separiamo.
Tu che fosti per me più che una sposa!
Tu che volevi entrare
nella mia vita, impavida,
come in inferno un angelo
e ne fosti scacciata.
Ora che t’ho lasciata,
la vita mi rimane
quale un’indegna, un’inutile soma,
da non poterne avere più alcun bene.
Io non sò più qual era
il porto a cui miravo.
Per tanti luoghi insospettati e strani
mi trattenne l’amore, ch’è nemico
ad ogni alto destino
come il vento contrario al navigare:
dove persi il mio tempo
e logorai le forze del mio cuore.
Luoghi a cui, disertati,
non tornerò giammai.
Sì che per me la terra
non è più che un asilo
vietato, un cimitero di memorie.
Trennung
Ich höre von fern dein Schweigen.
Ich vernehme in der Stille deine Stille.
Tag für Tag helfe ich mit
bei dem Werk, das die Zeit, mein emsiger Komplize, vollenden wird.
Schon ist, was gestern greifbar war,
entschwunden und was uns möglich schien,
ist auf unerhörte Weise wirklich geworden.
Du und ich, wir gehen auseinander.
Du, die für mich mehr war als eine Braut!
Du, die eingehen wollte
in mein Leben, furchtlos,
wie in die Hölle ein Engel,
und bist nun daraus vertrieben.
Nun, da ich dich verlassen habe,
bleibt mir ein Leben
als eine würdelose, unnütze Last,
von der nichts Gutes mehr zu erwarten ist.
Ich weiß nicht mehr,
welchen Hafen ich angesteuert habe.
An so vielen ungeahnten und fremden Orten
hielt mich die Liebe fest, die Feindin
aller hohen Bestimmung,
wie der Wind Feind des festen Kurses ist:
dort habe ich meine Zeit vergeudet
und werde die Kräfte meines Herzens zermürben.
Sind sie einmal verwüstet,
werde ich nie wieder an diese Orte zurückkehren.
So ist für mich die Erde
nichts weiter als ein Asyl,
das mir versagt bleibt, ein Totenanger der Erinnerung.
Vincenzo Cardarelli, Stelle cadenti
Enfatica, teatrale,
incredibile Olinda!
Non eri che una misera fanciulla
dal viso di statua affilato
come luna nova,
dal passo di baccante
riposata e indolente.
Misera davvero e scalza
come una mendicante.
Progenie migratoria
a perdizione votata,
disposta a offrirti qual preda a chi vince,
piena di nostalgie verso i tuoi porti
meridionali,
dove forse di te farai ludibrio.
Pure nessuna donna
seppe più gaio riso
mescere nei suoi baci,
nessun braccio più lieve
si posò sul mio collo.
Ma come stella cade e non dà tempo
di carpire un augurio,
così ti vidi, effimera, sparire
nel tuo nero destino. E mai saprò
se pietà m`ispirasti o forse amore.
Sternschnuppen
Voll Pathos und großer Geste,
unglaubliche Olinda!
Du warst nur ein armes Mädchen,
mit dem gemeißelten Gesicht einer Statue,
wie ein Neumond,
mit dem Schritt einer Bacchantin,
ruhig und träge.
Elend in Wahrheit und barfüßig
wie eine Bettlerin.
Sproß von Einwanderern,
dem Untergang geweiht,
bereit, dich als Opfer darzubringen, wer immer dich besiegt,
voll Sehnsucht nach deinen Häfen
des Südens,
wo du womöglich zum Spottbild wirst.
Dennoch verstand es keine Frau,
ein fröhlicheres Lachen
in ihre Küsse zu gießen,
kein Arm hat sich sanfter
um meinen Hals geschmiegt.
Doch wie der Stern sinkt und keine Zeit läßt,
ihm ein Omen zu entreißen,
so sah ich dich, ephemer, entschwinden
in dein schwarzes Verhängnis. Niemals werde ich wissen,
ob du mir Mitleid eingeflößt hast oder doch Liebe.
Vincenzo Cardarelli, Illusa Gioventù
O gioventù, innocenza, illusioni,
tempo senza peccato, secol d’oro!
Poi che trascorsi siete
si costuma rimpiangervi
quale un perduto bene.
Io so che foste un male.
So che non fuoco, ma ghiaccio eravate,
o mie candide fedi giovanili,
sotto il cui manto vissi
come un tronco sepolto nella neve:
tronco verde, muscoso,
ricco di linfa e sterile.
Ora che, esausto e roso,
sciolto da voi percorsi in un baleno
le mie fiorenti stagioni
e sparso a terra vedo
il poco frutto che han dato,
ora che la mia sorte ho conosciuta,
qual essa sia non chiedo. Così rapida
fugge la vita che ogni sorte è buona
per tanto breve giornata.
Solo di voi mi dolgo, primi inganni.
Illusionen der Jugend
O Jugend, Unschuld, Illusionen,
sündelose Zeit, goldene Ära!
Wenn ihr vorüber seid,
trauert man euch gewöhnlich nach,
als handele es sich um ein verlorenes Gut.
Ich weiß, daß ihr schlecht gewesen seid.
Weiß, ihr wart nicht Glut, sondern Eis,
o ihr schneeweißen Bekenntnisse meiner Jugendzeit,
unter deren Mantel ich gelebt habe,
wie ein von Schnee bedeckter Baumstumpf:
grüner Stamm, moosbewachsen,
quellend von Säften und unfruchtbar.
Nun, da ich, erschöpft und ausgemergelt,
von euch entbunden, in einem Nu
meine blühenden Jahreszeiten durcheilt habe,
und hingestreut auf dem Boden sehe,
wie wenig Frucht sie abgeworfen haben,
nun, da ich mein Schicksal erkannt habe,
frage ich nicht, was es mit ihm auf sich hat.
So rasch vergeht das Leben, daß alles Schicksal gut ist
für einen so kurzen Tag.
Nur euch beklage ich, frühe Illusionen.
La prima sorpresa fu un mandorlo
che mi apparve lontano,
fiorito in mezzo agli ulivi.
Cominciò così la primavera.
Vennero le pioggie;
e presero a scorrere,
ai margini delle strade campestri,
i ruscelletti.
Fiorivano intanto le siepi di biancospino,
spuntavano gli anemoni in mezzo al grano.
Dai muri secchi uscivano lucertole terrose.
Die erste Überraschung
Die erste Überraschung war ein Mandelbaum,
der sich mir aus der Ferne zeigte,
erblüht mitten unter den Oliven.
Das also war der Frühlingsanfang.
Es folgten die Regenschauer.
Und es schwollen
am Saum der ländlichen Pfade
die Bächlein.
Derweil erblühten die Hecken des Weißdorns,
gingen im Kornfeld die Anemonen auf.
Aus dem trockenen Gemäuer krochen die Eidechsen.
Vincenzo Cardarelli, Tempo che muta
Come varia il colore
delle stagioni,
così gli umori e i pensieri degli uomini.
Tutto nel mondo è mutevole tempo.
Ed ecco, è già il pallido,
sepolcrale autunno,
quando pur ieri imperava
la rigogliosa quasi eterna estate.
Zeitenwandel
Gleichwie die Farbe
der Jahreszeiten wechselt,
so wandeln sich die Launen und Gedanken der Menschen.
Die Welt ist nichts als Wankelmut der Zeit.
Schon wird sichtbar
das bleiche Grabtuch des Herbstes,
wo doch gestern noch herrisch strotzte
der Sommer, als wäre er unvergänglich.
Vincenzo Cardarelli, Sera di Liguria
Lenta e rosata sale su dal mare
la sera di Liguria, perdizione
di cuori amanti e di cose lontane.
Indugiano le coppie nei giardini,
s’accendon le finestre ad una ad una
come tanti teatri.
Sepolto nella bruma il mare odora.
Le chiese sulla riva paion navi
che stanno per salpare.
Abend in Ligurien
Gemächlich und rosafarben steigt aus dem Meer
der Abend in Ligurien, das Verhängnis
für liebende Herzen und zarte Dinge.
Es säumen die Paare in den Gärten.
Die Fenster werden hell, eines nach dem anderen,
gleich Theaterbühnen.
Begraben unter dem Nebel atmet das Meer seinen Geruch aus.
Die Kirchen am Ufer gleichen Schiffen,
die im Begriff sind, in See zu stechen.
Vincenzo Cardarelli, Maternità
Misera donna dal turgido seno,
tu non sei ricca d’altro
che del tuo latte.
E quanto ne hai prodigato,
nei giorni dell’estate ormai defunta,
al tuo florido bimbo.
Con inesausta vena lo nutrivi,
lieta di rifiorire
nel suo fiorire.
A ogni lieve frignare il petto usciva
libero e nudo con casto impudore.
Tu che non bella sei ti sentivi
sana e piacente nel gaio mistero:
il bimbo si formava,
madre e figliolo crescevate insieme.
Così è passata per te un ‘estate.
Ora il vento d’autunno ti mortifica.
Dolente è il tuo aspetto,
madre indifesa,
generatrice indigente,
finora così smemorata.
Che passa nel tuo pensiero?
E’ la malinconia dell’opera compiuta
o il nero corteo
di miserie e di mali
che s’avvicina, a far mesto il tuo viso?
Mutterschaft
Elende Frau mit der schwellenden Brust,
du hast nur einen Reichtum:
deine Milch.
Und wieviel davon hast verausgabt
in den Tagen des Sommers, der schon dahinstarb,
an dein strotzendes Kind.
Aus unerschöpflicher Quelle hast du es genährt,
froh, wieder aufzublühen
mit seinem Erblühen.
Bei jedem leisen Wimmern kam die Brust zum Vorschein,
frei und nackt in keuscher Schamlosigkeit.
Du, selbst nicht schön, fühltest dich
gesund und liebenswürdig in einem heiteren Mysterienspiel:
Der Kleine gedieh,
Mutter und Kind, ihr wuchset gemeinsam.
So ging für dich der Sommer dahin.
Nun bringt dir der Herbstwind Kasteiung.
Dein Anblick schmerzt,
schutzlose Mutter,
bislang so sorglos.
Was geht in deinem Herzen vor?
Ist es die Schwermut nach vollbrachtem Werk
oder der schwarze Zug
von Unglück und Elend,
die sich nähern, was deine Augen trübt?
Vincenzo Cardarelli, Un fanale
In una sera d’inverno
vidi un fanale a Monte Savello,
lucente nella nebbia.
Era un impensato autobus.
Era, quel lume, una grande promessa
per una città di sbandati,
urlante i suoi affanni,
martirizzata dall’infame guerra.
Era il futuro che rifioriva
in milioni di esseri
attorno a me disperato, concluso.
Ed io solingo andavo,
dicendo a me stesso:
Il giorno corre alla sera
come la vita alla morte.
Ora è vicino il tramonto.
E tu potrai rifugiarti
in quella notte in cui non segue l’alba.
Ein Scheinwerfer
An einem Winterabend
sah ich am Monte Savello einen Scheinwerfer,
der aus dem Nebel blinkte.
Er stammte von einem Autobus, den niemand erwartet hatte.
Dieses Licht galt als ein großes Versprechen
für eine Stadt von versprengten Soldaten,
erfüllt vom Geschrei um ihr Leid,
gemartert vom ruchlosen Krieg.
Die Zukunft, die aufblühte
in Millionen Menschen,
war rings um mich ohne Hoffnung, verschlossen.
Und ich ging einsam davon
und sprach zu mir selbst:
Der Tag eilt zum Abend
wie das Leben in den Tod.
Gleich geht die Sonne unter.
Du kannst dich noch davonstehlen
in dieser Nacht, der kein Morgen mehr dämmert.
Vincenzo Cardarelli, Abandanno
Volata sei, fuggita
come una colomba
e ti sei persa, là, verso oriente.
Ma sono rimasti i luoghi che ti videro
e l’ore dei nostri incontri.
Ore deserte,
luoghi per me divenuti un sepolcro
a cui faccio la guardia.
Verlassenheit
Du bist entflogen, geflüchtet
wie eine Taube,
und hast dich verirrt, dorthin, gen Osten.
Doch es blieben die Orte übrig, die dich sahen,
und die Stunden unserer Begegnungen.
Verwaiste Stunden,
Orte, dir mir zu Grabstätten wurden,
an denen ich Wache halte.
Vincenzo Cardarelli, Ritratto
Esiste una bocca scolpita,
un volto d’angiolo chiaro e ambiguo,
una opulenta creatura pallida
dai denti di perla,
dal passo spedito,
esiste il suo sorriso,
aereo, dubbio, lampante,
come un indicibile evento di luce.
Bildnis
Es existiert ein gemeißelter Mund,
das Antlitz eines Engels, klar und doppelsinnig,
ein Geschöpf von prachtvoller Blässe,
mit Zähne wie Perlen,
mit raschem Schritt,
es existiert sein Lächeln,
luftig, unbestimmt, funkelnd,
gleich einem unsagbaren Ereignis aus Licht.
Alta, bruna, fiancuta,
sotto un soprabito disadorno,
la bella ragazza confusa
nella misera folla
d’una vettura circolare interna,
pareva sorda a ogni affanno.
Ferma sul corridoio, un po’ appartata,
le sue gambe di statua
sostenevano gli urti
come solido ponte un fiume in piena.
Non gloria in lei spirava,
non frenesia di vita o giovinezza,
ma una decisa e forte indifferenza
luceva nei suoi occhi assorti e aguzzi.
Era di quelle
romane bellezze
che son rare anche a Roma,
dove mai non s’incontrano
senza un muto stupore.
Era un grande segreto
della vita di Roma
che m’appariva in luogo men propizio,
nella forma più degna.
Donde veniva, ove andava
la bella romana chiomata
di lucidi e ricci capelli?
Quale mestiere o cura attribuirle?
Spostandosi verso l’uscio
trovò qualcuno con cui discorrere
famigliarmente.
E mi volgeva le spalle
alte com’ali tese.
Al Colosseo discese leggermente,
scomparendo ai miei occhi, oimé, per sempre.
Begegnung in der Straßenbahn
Hochgewachsen, brünett, mit starken Hüften,
unter einem schlichten Mantel,
scheint die schöne junge Frau, verwirrt
in der elenden Menge
einer Straßenbahn des inneren Rings,
frei von jeder Angst.
Regungslos stand sie auf dem Gang, ein wenig abgesondert,
ihre Beine stemmten sich statuengleich
gegen die Stöße,
wie eine stabile Brücke im angeschwollenen Fluß.
In ihr atmete keine Selbstherrlichkeit,
nicht die rasende Leidenschaft des Lebens oder der Jugend,
nur eine entschiedene und starke Gleichgültigkeit
leuchtete aus ihren gedankenvollen und wachen Augen.
Sie gehörte zu jenen
römischen Schönheiten,
die auch in Rom selten sind,
wo man ihnen nie begegnet,
ohne vor Staunen zu verstummen.
Sie war ein großes Geheimnis
des Lebens in Rom,
das sich mir an einem Ort, der am wenigsten dafür geeignet war,
in der würdigsten Gestalt offenbarte.
Woher kam, wohin ging sie,
die schöne Römerin,
mit dem glänzenden und üppig gelockten Haar?
Welchen Beruf sie wohl hatte, wem ihre Sorge wohl galt?
Sie begab sich Richtung Ausgang,
traf auf einen, mit dem sie vertraulich
plauderte.
Und mir drehte sie die Schultern zu,
ragend wie ausgespannte Flügel.
Am Kolosseum stieg sie leichtfüßig aus,
und entschwand, ach, für immer meinen Blicken.
Vincenzo Cardarelli, A un partente
Voi migrerete, amico
dalle macerie italiane
verso l’intatta idillica Elvezia.
Leggero, come di rondine,
sarà il vostro volo.
E come rondine voi passerete
in alto, sopra le fiamme,
che fan del cielo un inferno.
Piú alto della morte che su noi,
reprobì antichi,
seguiterà a sovrastare.
Noi la chiamammo, è suo diritto mieterci.
Ma l’ospite che, prole
d’una terra innocente,
ebbe a sofirire, incolpevole,
delle nostre sventure,
giusto è che ci lasci e che ci privi
di sua bontà immeritata.
Il cor vi segue, amico.
L’augurio di chi resta vi accompagna
nel transito audace.
An einen, der geht
Du willst auswandern, Freund,
aus der Trümmerlandschaft Italiens
in das unversehrte Idyll der Schweiz.
Leicht, wie von Schwalben,
wird dein Flug sein.
Und wie Schwalben wirst du
in der Höhe kreuzen, über den Flammen,
die aus dem Himmel eine Hölle machen.
Höher als der Tod, der unter uns,
den verdammten Ahnen,
weiterhin herrschen wird.
Wir riefen ihn an, es ist sein Recht, uns dahinzuraffen.
Doch der Gastfreund, der, ein Sproß
einer unschuldigen Erde,
unverschuldet zu leiden hatte
an unseren Schicksalsschlägen,
darf uns rechtens den Rücken kehren,
uns seiner Güte berauben, derer wir nicht würdig waren.
Das Herz folgt dir, Freund.
Die guten Wünsche dessen, der bleibt, begleiten dich
auf deiner kühnen Reise.
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